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Das einzig Richtige sei es, sich mit den vorhandenen Verhältnissen abzufinden. Nur keine Aufmerksamkeit erregen! Sich ruhig verhalten, selbst wenn es einem noch so sehr gegen den Sinn geht!

Man überlasse doch die Arbeit dem Advokaten, statt sie zu stören. Vorwürfe nützen ja nicht viel, besonders wenn man ihre Ursachen in ihrer ganzen Bedeutung nicht begreiflich machen kann, aber gesagt müsse es doch werden, wieviel K.

Selbst flüchtige Erwähnungen des Prozesses überhöre er mit deutlicher Absicht. In manchem seien ja die Beamten wie Kinder.

Oft können sie durch Harmlosigkeiten, unter die allerdings K. Dann aber einmal, überraschenderweise ohne besonderen Grund, lassen sie sich durch einen kleinen Scherz, den man nur deshalb wagt, weil alles aussichtslos scheint, zum Lachen bringen und sind versöhnt.

Es sei eben gleichzeitig schwer und leicht, sich mit ihnen zu verhalten, Grundsätze dafür gibt es kaum. Es kommen allerdings trübe Stunden, wie sie ja jeder hat, wo man glaubt, nicht das geringste erzielt zu haben, wo es einem scheint, als hätten nur die von Anfang an für einen guten Ausgang bestimmten Prozesse ein gutes Ende genommen, wie es auch ohne Mithilfe geschehen wäre, während alle anderen verlorengegangen sind, trotz allem Nebenherlaufen, aller Mühe, allen kleinen, scheinbaren Erfolgen, über die man solche Freude hatte.

Auch das ist ja eine Art Selbstvertrauen, aber es ist das einzige, das dann übrigbleibt. Das ist wohl das Ärgste, das einem Advokaten geschehen kann.

Wie könnte er sich überhaupt, wenn er einmal Hilfe in Anspruch genommen hat, allein noch erhalten? Nun sind ja solche Fälle glücklicherweise Ausnahmen, und selbst wenn K.

Mit verschiedenem Erfolg, wie offen zugestanden werden soll. Es sei viel besser, vorläufig Einzelheiten nicht zu verraten, durch die K. Das Ergebnis sei also im ganzen sehr erfreulich, nur dürfe man daraus keine besonderen Schlüsse ziehen, da alle Vorverhandlungen ähnlich beginnen und durchaus erst die weitere Entwicklung den Wert dieser Vorverhandlungen zeigt.

Jedenfalls sei noch nichts verloren, und wenn es noch gelingen sollte, den Kanzleidirektor trotz allem zu gewinnen — es sei schon verschiedenes zu diesem Zweck eingeleitet —, dann sei das Ganze — wie die Chirurgen sagen — eine reine Wunde, und man könne getrost das Folgende erwarten.

In solchen und ähnlichen Reden war der Advokat unerschöpflich. Sie wiederholten sich bei jedem Besuch. Immer gab es Fortschritte, niemals aber konnte die Art dieser Fortschritte mitgeteilt werden.

Bemerkte K. Das hatte er aber leider versäumt, und diese Versäumnis werde auch noch weitere Nachteile bringen, nicht nur zeitliche.

Dann stand sie hinter K. Es herrschte völliges Schweigen. Der Advokat trank. War es Trost oder Verzweiflung, was der Advokat erreichen wollte?

Verdächtig aber blieben die unaufhörlich hervorgehobenen persönlichen Beziehungen zu den Beamten. Benützten sie vielleicht den Advokaten dazu, um solche für den Angeklagten natürlich immer ungünstige Wendungen zu erzielen?

Verhielt es sich aber wirklich so, in welcher Weise würden sie bei K. Es konnte nicht sehr zweifelhaft sein, was sie tun würden. War er müde, dann war es schlimm.

Zu übertriebener Sorge war allerdings vorläufig kein Grund. Vor allem war es, wenn etwas erreicht werden sollte, notwendig, jeden Gedanken an eine mögliche Schuld von vornherein abzulehnen.

Es gab keine Schuld. Zu diesem Zwecke durfte man allerdings nicht mit Gedanken an irgendeine Schuld spielen, sondern den Gedanken an den eigenen Vorteil möglichst festhalten.

Von diesem Gesichtspunkt aus war es auch unvermeidlich, dem Advokaten die Vertretung sehr bald, am besten noch an diesem Abend, zu entziehen.

Es war zwar nach seinen Erzählungen etwas Unerhörtes und wahrscheinlich sehr Beleidigendes, aber K.

Wenn sich aber auch K. Es war für K. Nur nicht auf halbem Wege stehenbleiben, das war nicht nur in Geschäften, sondern immer und überall das Unsinnigste.

Die Eingabe bedeutete freilich eine fast endlose Arbeit. Und wie traurig war eine solche Arbeit überdies. Sie war vielleicht geeignet, einmal nach der Pensionierung den kindisch gewordenen Geist zu beschäftigen und ihm zu helfen, die langen Tage hinzubringen.

Aber jetzt, wo K. Wieder ging sein Denken in Klagen aus. Fast unwillkürlich, nur um dem ein Ende zu machen, tastete er mit dem Finger nach dem Knopf der elektrischen Glocke, die ins Vorzimmer führte.

Während er ihn niederdrückte, blickte er zur Uhr auf. Es war elf Uhr, zwei Stunden, eine lange, kostbare Zeit, hatte er verträumt und war natürlich noch matter als vorher.

Es waren gerade sehr wichtige Kundschaften der Bank, die man eigentlich auf keinen Fall hätte warten lassen sollen.

Müde von dem Vorhergegangenen und müde das Folgende erwartend, stand K. Es war ein kleiner, munterer Herr, ein Fabrikant, den K.

Er bedauerte, K. Statt dessen zog er eilig Rechnungen und Tabellen aus allen Taschen, breitete sie vor K. Als er nun verstummte, glaubte K.

Er neigte also den Kopf wie vor einem Befehl und begann mit dem Bleistift langsam über den Papieren hin— und herzufahren, hier und da hielt er inne und starrte eine Ziffer an.

Der Fabrikant vermutete Einwände, vielleicht waren die Ziffern wirklich nicht feststehend, vielleicht waren sie nicht das Entscheidende, jedenfalls bedeckte der Fabrikant die Papiere mit der Hand und begann von neuem, ganz nahe an K.

Er blickte sogar nur schwach auf, als sich die Tür des Direktionszimmers öffnete und dort, nicht ganz deutlich, etwa wie hinter einem Gazeschleier, der Direktor-Stellvertreter erschien.

Es war unnütze Furcht, die Herren trafen einander, reichten einander die Hände und gingen gemeinsam auf K. Als dann die beiden sich an den Schreibtisch lehnten und der Fabrikant sich daran machte, nun den Direktor-Stellvertreter für sich zu erobern, war es K.

Langsam suchte er mit vorsichtig aufwärts gedrehten Augen zu erfahren, was sich oben ereignete, nahm vom Schreibtisch, ohne hinzusehen, eines der Papiere, legte es auf die flache Hand und hob es allmählich, während er selbst aufstand, zu den Herren hinauf.

Der Direktor-Stellvertreter, der sich an dem Gespräch mit aller Aufmerksamkeit beteiligte, sah nur flüchtig auf das Papier, überlas gar nicht, was dort stand, denn was dem Prokuristen wichtig war, war ihm unwichtig, nahm es aus K.

Die Sache verlangt ruhige Überlegung. Er aber scheint heute sehr überlastet zu sein, auch warten ja einige Leute im Vorzimmer schon stundenlang auf ihn.

In der Tür drehte sich noch der Fabrikant um, sagte, er verabschiede sich noch nicht, sondern werde natürlich dem Herrn Prokuristen über den Erfolg der Besprechung berichten, auch habe er ihm noch eine andere kleine Mitteilung zu machen.

Endlich war K. Er ging zum Fenster, setzte sich auf die Brüstung, hielt sich mit der Hand an der Klinke fest und sah auf den Platz hinaus.

Der Schnee fiel noch immer, es hatte sich noch gar nicht aufgehellt. Da aber niemand kam, wurde er ruhiger, ging zum Waschtisch, wusch sich mit kaltem Wasser und kehrte mit freierem Kopf zu seinem Fensterplatz zurück.

Hätte er daran zweifeln wollen, so hätte ihn das heutige Beisammensein mit dem Direktor-Stellvertreter und dem Fabrikanten hinreichend vom Gegenteil überzeugen können.

Wie sollte es aber später werden? Was für Tage standen ihm bevor! Würde er den Weg finden, der durch alles hindurch zum guten Ende führte?

Würde er das glücklich überstehen? Und wie sollte ihm die Durchführung dessen in der Bank gelingen? Was für ein Hindernis war plötzlich in K.

Und jetzt sollte er für die Bank arbeiten? Und würde man etwa in der Bank bei der Beurteilung seiner Arbeit seine besondere Lage berücksichtigen?

Niemand und niemals. Bis zum Direktor-Stellvertreter aber war das Gerücht hoffentlich noch nicht gedrungen, sonst hätte man schon deutlich sehen müssen, wie er es ohne jede Kollegialität und Menschlichkeit gegen K.

Und der Direktor? Was hatte also K. Vielleicht schwächte er durch solche Überlegungen seine Widerstandskraft, aber es war doch auch notwendig, sich selbst nicht zu täuschen und alles so klar zu sehen, als es augenblicklich möglich war.

Ohne besonderen Grund, nur um vorläufig noch nicht zum Schreibtisch zurückkehren zu müssen, öffnete er das Fenster.

Dann zog durch das Fenster in dessen ganzer Breite und Höhe der mit Rauch vermischte Nebel in das Zimmer und füllte es mit einem leichten Brandgeruch.

Auch einige Schneeflocken wurden hereingeweht. Der Fabrikant aber folgte K. Ein reizender Mensch, Ihr Direktor-Stellvertreter, aber durchaus nicht ungefährlich.

Sie sehen heute so bedrückt aus. Schiebe ich es aber noch weiterhin auf, verliert es wahrscheinlich vollständig seinen Zweck.

Das wäre aber schade, denn im Grunde ist meine Mitteilung vielleicht doch nicht wertlos. Aber in solchen Dingen soll man nicht das geringste vernachlässigen.

Wir waren doch bisher gute Geschäftsfreunde, nicht? Nun also. Es ist ein Maler, Titorelli ist nur sein Künstlername, seinen wirklichen Namen kenne ich gar nicht einmal.

Er kommt schon seit Jahren von Zeit zu Zeit in mein Büro und bringt kleine Bilder mit, für die ich ihm — er ist fast ein Bettler — immer eine Art Almosen gebe.

Es sind übrigens hübsche Bilder, Heidelandschaften und dergleichen. Diese Verkäufe — wir hatten uns schon beide daran gewöhnt — gingen ganz glatt vor sich.

Und nun erzählte er mir von dem Gericht. Sie werden sich wohl am besten vorstellen können, wie erstaunt ich über diese Erzählungen war.

Seitdem höre ich bei jedem seiner Besuche irgendwelche Neuigkeiten vom Gericht und bekomme so allmählich einen gewissen Einblick in die Sache.

Aber das nur nebenbei. Sie sind ja fast ein Advokat. Ich pflege immer zu sagen: Prokurist K. Oh, ich habe keine Sorgen wegen Ihres Prozesses.

Wollen Sie nun aber zu Titorelli gehen? Ich denke wirklich, Sie sollten hingehen. Vielleicht haben Sie schon einen ganz genauen Plan, und Titorelli könnte ihn stören.

Nein, dann gehen Sie natürlich auf keinen Fall hin! Nun, wie Sie wollen. Hier ist das Empfehlungsschreiben und hier die Adresse.

Enttäuscht nahm K. Er konnte sich kaum dazu zwingen, dem Fabrikanten, der schon auf dem Weg zur Tür war, mit ein paar Worten zu danken.

Es ist auch nicht immer vorteilhaft, Briefe an solche Leute aus der Hand zu geben. Die Gefahren aber, die das zur Folge haben könnte, hatte er erst durch die Bemerkung des Fabrikanten erkannt.

Konnte er sich auf seinen eigenen Verstand tatsächlich schon so wenig verlassen? Nicht immer stand jemand neben ihm, um ihn zu warnen.

Sie warteten schon lange darauf, zu K. Jetzt, da der Diener mit K. Da man von seiten der Bank so rücksichtslos war, sie hier im Wartezimmer ihre Zeit verlieren zu lassen, wollten auch sie keine Rücksicht mehr üben.

Sie haben ja selbst gesehen, wie lange ich jetzt aufgehalten wurde. Wären Sie so freundlich, morgen oder wann immer wiederzukommen?

Oder wollen wir die Sachen vielleicht telephonisch besprechen? Oder wollen Sie mir vielleicht jetzt kurz sagen, worum es sich handelt, und ich gebe Ihnen dann eine ausführliche schriftliche Antwort.

Am besten wäre es allerdings, Sie kämen nächstens. Durch die offene Tür von K. Da trat gerade aus dem Nebenzimmer der Direktor-Stellvertreter, sah lächelnd K.

Der Direktor-Stellvertreter hörte ihnen ein Weilchen zu, betrachtete auch K. Wenn Sie mit mir vorlieb nehmen wollen, übernehme ich sehr gerne die Verhandlungen statt des Herren Prokuristen.

Ihre Angelegenheiten müssen natürlich sofort besprochen werden. Wir sind Geschäftsleute wie Sie und wissen die Zeit von Geschäftsleuten richtig zu bewerten.

Wollen Sie hier eintreten? Wie sich doch der Direktor-Stellvertreter alles anzueignen verstand, was K. Gab aber K. Wollen Sie mir nicht suchen helfen?

Er fuhr sofort zum Maler, der in einer Vorstadt wohnte, die jener, in welcher sich die Gerichtskanzleien befanden, vollständig entgegengesetzt war.

Es war eine noch ärmere Gegend, die Häuser noch dunkler, die Gassen voll Schmutz, der auf dem zerflossenen Schnee langsam umhertrieb.

Unten an der Treppe lag ein kleines Kind bäuchlings auf der Erde und weinte, aber man hörte es kaum infolge des alles übertönenden Lärms, der aus einer Klempnerwerkstätte auf der anderen Seite des Torganges kam.

Die Tür der Werkstätte war offen, drei Gehilfen standen im Halbkreis um irgendein Werkstück, auf das sie mit den Hämmern schlugen.

Wenn er hier nur den kleinsten Erfolg hatte, sollte das auf seine heutige Arbeit in der Bank noch eine gute Wirkung ausüben. Auch war die Luft sehr drückend, es gab keinen Treppenhof, die enge Treppe war auf beiden Seiten von Mauern eingeschlossen, in denen nur hier und da fast ganz oben kleine Fenster angebracht waren.

Gerade als K. Sie lächelte nicht einmal, sondern sah K. Bei der nächsten Wendung der Treppe aber traf K. Sie waren offenbar von der Buckligen von K.

Sie standen zu beiden Seiten der Treppe, drückten sich an die Mauer, damit K. Alle Gesichter, wie auch diese Spalierbildung, stellten eine Mischung von Kindlichkeit und Verworfenheit dar.

Oben, an der Spitze der Mädchen, die sich jetzt hinter K. Die Treppe, die zu ihm führte, war besonders schmal, sehr lang, ohne Biegung, in ihrer ganzen Länge zu übersehen und oben unmittelbar vor Titorellis Tür abgeschlossen.

Die Mädchen dagegen wehrte er ab, er wollte keine von ihnen einlassen, sosehr sie baten und sosehr sie versuchten, wenn schon nicht mit seiner Erlaubnis, so gegen seinen Willen einzudringen.

Nur der Buckligen gelang es, unter seinem ausgestreckten Arm durchzuschlüpfen, aber der Maler jagte hinter ihr her, packte sie bei den Röcken, wirbelte sie einmal um sich herum und setzte sie dann vor die Tür bei den anderen Mädchen ab, die es, während der Maler seinen Posten verlassen hatte, doch nicht gewagt hatten, die Schwelle zu überschreiten.

Die Mädchen bei der Tür streckten, eines hinter dem anderen, die Hälse in die Höhe, riefen dem Maler verschiedene scherzhaft gemeinte Worte zu, die K.

Wenn ich selbst hier bin, kommen sie nur herein, wenn ich es erlaube, bin ich aber einmal weg, dann ist immer zumindest eine da.

Sie haben sich einen Schlüssel zu meiner Tür machen lassen, den sie untereinander verleihen. Man kann sich kaum vorstellen, wie lästig das ist.

Ich komme zum Beispiel mit einer Dame, die ich malen soll, nach Hause, öffne die Tür mit meinem Schlüssel und finde etwa die Bucklige dort beim Tischchen, wie sie sich mit dem Pinsel die Lippen rot färbt, während ihre kleinen Geschwister, die sie zu beaufsichtigen hat, sich herumtreiben und das Zimmer in allen Ecken verunreinigen.

Oder ich komme, wie es mir erst gestern geschehen ist, spätabends nach Hause — entschuldigen Sie, bitte, mit Rücksicht darauf meinen Zustand und die Unordnung im Zimmer —, also ich komme spätabends nach Hause und will ins Bett steigen, da zwickt mich etwas ins Bein, ich schaue unter das Bett und ziehe wieder so ein Ding heraus.

Natürlich bin ich dadurch auch in meiner Arbeit gestört. Wäre mir dieses Atelier nicht umsonst zur Verfügung gestellt, ich wäre schon längst ausgezogen.

Mehr als zwei lange Schritte konnte man der Länge und Quere nach kaum hier machen. Hinter K. Hätte der Fabrikant nicht auf das bestimmteste von Titorelli als von seinem Bekannten gesprochen, als von einem armen Menschen, der auf seine Almosen angewiesen war, so hätte man jetzt wirklich glauben können, Titorelli kenne den Fabrikanten nicht oder wisse sich an ihn wenigstens nicht zu erinnern.

Was stand denn eigentlich in dem Brief? Er war doch gar zu eilig und unüberlegt hierhergelaufen! Eine gute Arbeit, aber noch nicht ganz fertig.

Es war übrigens dem Bild im Arbeitszimmer des Advokaten auffallend ähnlich. Es handelte sich hier zwar um einen ganz anderen Richter, einen dicken Mann mit schwarzem, buschigem Vollbart, der seitlich weit die Wangen hinaufreichte, auch war jenes Bild ein Ölbild, dieses aber mit Pastellfarben schwach und undeutlich angesetzt.

Aber alles übrige war ähnlich, denn auch hier wollte sich gerade der Richter von seinem Thronsessel, dessen Seitenlehnen er festhielt, drohend erheben.

Sie müsse noch ein wenig ausgearbeitet werden, antwortete der Maler, holte von einem Tischchen einen Pastellstift und strichelte mit ihm ein wenig an den Rändern der Figur, ohne sie aber dadurch für K.

Aber sind nicht an den Fersen Flügel und befindet sie sich nicht im Lauf? Er sitzt ja da wie ein Gerichtspräsident.

Jedem ist genau vorgeschrieben, wie er sich malen lassen darf. Nur kann man leider gerade nach diesem Bilde die Einzelheiten der Tracht und des Sitzes nicht beurteilen, die Pastellfarben sind für solche Darstellungen nicht geeignet.

Um die Figur der Gerechtigkeit aber blieb es bis auf eine unmerkliche Tönung hell, in dieser Helligkeit schien die Figur besonders vorzudringen, sie erinnerte kaum mehr an die Göttin der Gerechtigkeit, aber auch nicht an die des Sieges, sie sah jetzt vielmehr vollkommen wie die Göttin der Jagd aus.

Die Arbeit des Malers zog K. Sofort legte der Maler die Stifte beiseite, richtete sich auf, rieb die Hände aneinander und sah K.

Oh, bitte! Zeit lassen, sich mit dieser Tatsache abzufinden. Man hörte jetzt wieder hinter der Tür die Mädchen.

Sie drängten sich wahrscheinlich um das Schlüsselloch, vielleicht konnte man auch durch die Ritzen ins Zimmer hineinsehen.

Die Sache scheint Ihnen ja sehr nahezugehen, worüber ich mich natürlich gar nicht wundere. Wollen Sie vielleicht zunächst Ihren Rock ablegen?

Die Luft im Zimmer war ihm allmählich drückend geworden, öfters hatte er schon verwundert auf einen kleinen, zweifellos nicht geheizten Eisenofen in der Ecke hingesehen, die Schwüle im Zimmer war unerklärlich.

Es ist hier doch sehr behaglich, nicht? Das Zimmer ist in dieser Hinsicht sehr gut gelegen. Diese Unannehmlichkeit wurde für K. Dann kehrte er wieder zu seinem Sessel zurück und stellte endlich die erste sachliche Frage, die K.

Die Beantwortung dieser Frage machte ihm geradezu Freude, besonders da sie gegenüber einem Privatmann, also ohne jede Verantwortung erfolgte.

Noch niemand hatte ihn so offen gefragt. Er war durch Gegengründe nicht zu beeinflussen, nur war es trotz seiner Entschiedenheit nicht klar, ob er aus Überzeugung oder nur aus Gleichgültigkeit so redete.

Wenn ich hier alle Richter nebeneinander auf eine Leinwand male und Sie werden sich vor dieser Leinwand verteidigen, so werden Sie mehr Erfolg haben als vor dem wirklichen Gericht.

Setzt euch hier auf die Stufen und verhaltet euch ruhig. Trotzdem sah K. Nur eines hatte einen Strohhalm durch eine Ritze zwischen den Balken gesteckt und führte ihn langsam auf und ab.

Ich allein hole Sie heraus. Ja, es war sogar sehr hoffnungsvoll. Waren die Richter durch persönliche Beziehungen wirklich so leicht zu lenken, wie es der Advokat dargestellt hatte, dann waren die Beziehungen des Malers zu den eitlen Richtern besonders wichtig und jedenfalls keineswegs zu unterschätzen.

Dann fügte sich der Maler sehr gut in den Kreis von Helfern, die K. Der Maler beobachtete die Wirkung, die seine Erklärung auf K.

Schon mein Vater war Gerichtsmaler. Es ist das eine Stellung, die sich immer vererbt. Man kann dafür neue Leute nicht brauchen.

Dort in der Schublade zum Beispiel habe ich die Aufzeichnungen meines Vaters, die ich niemandem zeige.

Aber nur wer sie kennt, ist zum Malen von Richtern befähigt. Ihm schien es manchmal, als mache der Maler durch solche Bemerkungen einen günstigen Ausgang des Prozesses zur Voraussetzung seiner Hilfe, die dadurch natürlich in sich selbst zusammenfiel.

Trotz diesen Zweifeln bezwang sich aber K. Verzichten wollte er auf die Hilfe des Malers nicht, dazu war er entschlossen, auch schien ihm diese Hilfe durchaus nicht fragwürdiger als die des Advokaten zu sein.

Es gibt drei Möglichkeiten, nämlich die wirkliche Freisprechung, die scheinbare Freisprechung und die Verschleppung. Hier entscheidet wahrscheinlich nur die Unschuld des Angeklagten.

Dann brauchen Sie aber weder mich noch irgendeine andere Hilfe. Dieses Lächeln erweckte in K. Darin liegt schon ein Widerspruch.

Darin liegt der zweite Widerspruch. Nun habe aber ich gerade das Gegenteil dessen erfahren. Aber ist das nicht unwahrscheinlich?

In so vielen Fällen keine einzige Unschuld? Es ist also auch von dieser Seite zwecklos. Ein einziger Henker könnte das ganze Gericht ersetzen.

Nur ist es sehr schwer, das festzustellen. Diese enthalten allerdings sogar in der Mehrzahl wirkliche Freisprechungen, man kann sie glauben, nachweisbar sind sie aber nicht.

Er war darauf vorbereitet, selbst den Nebel mit offenem Mund einzuatmen. Das Gefühl, hier von der Luft vollständig abgesperrt zu sein, verursachte ihm Schwindel.

Will ich aber lüften, was nicht sehr notwendig ist, da durch die Balkenritzen überall Luft eindringt, kann ich eine meiner Türen oder sogar beide öffnen.

Das Bett vor der Tür steht natürlich an einem sehr schlechten Platz. Der Richter zum Beispiel, den ich jetzt male, kommt immer durch die Tür beim Bett, und ich habe ihm auch einen Schlüssel von dieser Tür gegeben, damit er, auch wenn ich nicht zu Hause bin, hier im Atelier auf mich warten kann.

Nun kommt er aber gewöhnlich früh am Morgen, während ich noch schlafe. Sie würden jede Ehrfurcht vor den Richtern verlieren, wenn Sie die Flüche hörten, mit denen ich ihn empfange, wenn er früh über mein Bett steigt.

Ich könnte ihm allerdings den Schlüssel wegnehmen, aber es würde dadurch nur ärger werden. Man kann hier alle Türen mit der geringsten Anstrengung aus den Angeln brechen.

Zunächst also die scheinbare Freisprechung. Der Text für eine solche Bestätigung ist mir von meinem Vater überliefert und ganz unangreifbar.

Mit dieser Bestätigung mache ich nun einen Rundgang bei den mir bekannten Richtern. Allerdings ist in einem solchen Falle die Sache schon halb gewonnen, besonders da ich Sie natürlich vorher genau darüber unterrichten würde, wie Sie sich bei dem betreffenden Richter zu verhalten haben.

Schlimmer ist es bei den Richtern, die mich — auch das wird vorkommen — von vornherein abweisen. Möglicherweise habe ich auch seine Unterschrift, dann entwickelt sich alles noch ein wenig rascher als sonst.

Im allgemeinen gibt es aber dann überhaupt nicht mehr viel Hindernisse, es ist dann für den Angeklagten die Zeit der höchsten Zuversicht.

Es ist merkwürdig, aber wahr, die Leute sind in dieser Zeit zuversichtlicher als nach dem Freispruch.

Es bedarf jetzt keiner besonderen Mühe mehr. Der Richter besitzt in der Bestätigung die Bürgschaft einer Anzahl von Richtern, kann Sie unbesorgt freisprechen und wird es, allerdings nach Durchführung verschiedener Formalitäten, mir und anderen Bekannten zu Gefallen zweifellos tun.

Sie aber treten aus dem Gericht und sind frei. Die untersten Richter nämlich, zu denen meine Bekannten gehören, haben nicht das Recht, endgültig freizusprechen, dieses Recht hat nur das oberste, für Sie, für mich und für uns alle ganz unerreichbare Gericht.

Wie es dort aussieht, wissen wir nicht und wollen wir nebenbei gesagt, auch nicht wissen. Anders beim scheinbaren Freispruch.

Diese Wege sind unberechenbar. Ein Eingeweihter wird das nicht glauben. Es geht kein Akt verloren, es gibt bei Gericht kein Vergessen.

Dann ist natürlich das freie Leben zu Ende. Das ist nicht der Fall. Die Richter haben ja schon beim Freispruch diese Verhaftung vorgesehen.

Dieser Umstand wirkt also kaum ein. Das liegt schon im Begriff des scheinbaren Freispruchs. Soll ich Ihnen das Wesen der Verschleppung erklären?

Der Maler hatte sich breit in seinen Sessel zurückgelehnt, das Nachthemd war weit offen, er hatte eine Hand daruntergeschoben, mit der er über die Brust und die Seiten strich.

Allerdings hat auch die Verschleppung für den Angeklagten gewisse Nachteile, die man nicht unterschätzen darf. Es ist ein anderer Nachteil.

Das bringt natürlich gewisse Unannehmlichkeiten für den Angeklagten mit sich, die Sie sich aber wiederum nicht zu schlimm vorstellen dürfen.

Es ist mir sehr peinlich. Ich hätte Ihnen auch noch manches zu sagen. Ich hoffe aber, verständlich gewesen zu sein. Trotz dieser Bestätigung sagte der Maler, alles noch einmal zusammenfassend, als wolle er K.

Am liebsten hätte er alles zusammengepackt und wäre damit an die frische Luft gelaufen. Dem Maler lag daran, K. Ich billige das.

Ich hätte Ihnen sogar davon abgeraten, sich sofort zu entscheiden. Die Vorteile und Nachteile sind haarfein.

Allerdings darf man auch nicht zuviel Zeit verlieren. Es stellte zwei schwache Bäume dar, die weit voneinander entfernt im dunklen Gras standen.

Im Hintergrund war ein vielfarbiger Sonnenuntergang. Es mochte als Gegenstück beabsichtigt sein, es war aber nicht der geringste Unterschied gegenüber dem ersten Bild zu merken, hier waren die Bäume, hier das Gras und dort der Sonnenuntergang.

Der Maler nützte diese Gelegenheit, alte Bilder zu verkaufen, gut aus. Es sind lauter Heidelandschaften, ich habe schon viele Heidelandschaften gemalt.

Manche Leute weisen solche Bilder ab, weil sie zu düster sind, andere aber, und Sie gehören zu ihnen, lieben gerade das Düstere.

Gerichtskanzleien sind doch fast auf jedem Dachboden, warum sollten sie gerade hier fehlen? Auch mein Atelier gehört eigentlich zu den Gerichtskanzleien, das Gericht hat es mir aber zur Verfügung gestellt.

Vor ihm dehnte sich ein langer Gang, aus dem eine Luft wehte, mit der verglichen die Luft im Atelier erfrischend war.

Bänke waren zu beiden Seiten des Ganges aufgestellt, genau so wie im Wartezimmer der Kanzlei, die für K. Es schienen genaue Vorschriften für die Einrichtung von Kanzleien zu bestehen.

Sie trafen bald einen Gerichtsdiener — K. Sie waren schon nahe am Ausgang, da stürmten ihnen die Mädchen entgegen, die also K.

Und überlegen Sie nicht zu lange! Auf der Gasse nahm er den ersten Wagen, der ihm in den Weg kam. Es lag ihm daran, den Diener loszuwerden, dessen Goldknopf ihm unaufhörlich in die Augen stach, wenn er auch sonst wahrscheinlich niemanden auffiel.

In seiner Dienstfertigkeit wollte sich der Diener noch auf den Kutschbock setzen. Mittag war schon längst vorüber, als K.

Er hätte gern die Bilder im Wagen gelassen, fürchtete aber, bei irgendeiner Gelegenheit genötigt zu werden, sich dem Maler gegenüber mit ihnen auszuweisen.

Endlich hatte sich K. Zweifel daran, ob es richtig war, so zu handeln, waren zwar nicht auszurotten, aber die Überzeugung von der Notwendigkeit dessen überwog.

Trotzdem wollte K. Das erste Läuten an der Tür des Advokaten war, wie gewöhnlich, zwecklos. Während K. Als sich daher die Tür vor ihm endlich öffnete, stürmte er geradezu ins Vorzimmer und sah noch, wie durch den Gang, der zwischen den Zimmern hindurchführte, Leni, welcher der Warnungsruf des Türöffners gegolten hatte, im Hemd davonlief.

Er blickte ihr ein Weilchen nach und sah sich dann nach dem Türöffner um. Es war ein kleiner, dürrer Mann mit Vollbart, er hielt eine Kerze in der Hand.

Er hatte die Beine ein wenig gespreizt, die Hände, in denen er den Hut hielt, hinten verschlungen. Schon durch den Besitz eines starken Überrocks fühlte er sich dem mageren Kleinen sehr überlegen.

Er fühlte sich so frei, wie man es sonst nur ist, wenn man in der Fremde mit niedrigen Leuten spricht, alles, was einen selbst betrifft, bei sich behält, nur gleichmütig von den Interessen der anderen redet, sie dadurch vor sich selbst erhöht, aber auch nach Belieben fallen lassen kann.

Bei der Tür des Arbeitszimmers des Advokaten blieb K. Leuchten Sie hier! Vor dem Bild des Richters hielt K.

Der Kaufmann sah bewundernd aufwärts. Sieh ihn nur an. Sie schwieg. Sie wollte nach dem Suppentopf greifen, aber K. Leni lachte laut, benützte die Unaufmerksamkeit K.

Und du? Willst du noch heute mit dem Advokaten sprechen? Er ist heute sehr krank, aber wenn du willst, melde ich dich doch an.

Du warst auch schon so lange nicht bei uns, selbst der Advokat hat nach dir gefragt. Auch ich habe dir Verschiedenes mitzuteilen, was ich erfahren habe.

Nun aber zieh fürs erste deinen Mantel aus! Er war ärgerlich, er hatte ursprünglich beabsichtigt, mit Leni seine Angelegenheit, insbesondere die fragliche Kündigung genau zu besprechen, die Anwesenheit des Kaufmanns hatte ihm aber die Lust dazu genommen.

Es wurde aber nicht gut aufgenommen. Je früher er aber ausgeführt wurde, desto mehr Schaden wurde abgehalten.

Es ist schwer, alles zu behalten. Diese Verbindung der Gerichte und Rechtswissenschaften schien K.

Worin besteht also Ihre Untreue gegenüber dem Advokaten? Und am allerwenigsten ist es erlaubt, neben einem sogenannten Advokaten auch noch Winkeladvokaten zu nehmen.

So habe ich zum Beispiel alles Geld meinem Geschäft entzogen, früher füllten die Büroräume meines Geschäfts fast ein Stockwerk, heute genügt eine kleine Kammer im Hinterhaus, wo ich mit einem Lehrjungen arbeite.

Diesen Rückgang hat natürlich nicht nur die Entziehung des Geldes verschuldet, sondern mehr noch die Entziehung meiner Arbeitskraft.

Es ist zu erschöpfend und bringt nicht viel Erfolg. Selbst dort zu arbeiten und zu unterhandeln, hat sich wenigstens für mich als ganz unmöglich erwiesen.

Sie kennen ja selbst die schwere Luft in den Kanzleien. Sie waren im Wartezimmer, als ich durchging.

Ja, ich bin dort einmal durchgegangen. Alle standen auf. Man dachte wohl, ich sei ein Richter. Solche Nachrichten verbreiten sich sehr rasch.

Sprach man sich nicht darüber aus? Aber das sind Dummheiten. Ich rede von den anderen, bin aber selbst gar nicht besser.

Ich wiederhole, es ist ein lächerlicher Aberglaube und in den meisten Fällen durch die Tatsachen auch vollständig widerlegt, aber wenn man in jener Gesellschaft lebt, ist es schwer, sich solchen Meinungen zu entziehen.

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Xanathar's Guide to Everything definitely has a lot of content, but it doesn't have everything. There are no new races and only one new monster, which is part of a spell.

However since Volo's Guide came out last year it's not really necessary. There are no new Player backgrounds in the book. The collection presented a series of ready-made sentences for all occasions arranged in alphabetical order.

Among the aphorisms, we are told how to express joy upon receiving a letter. By the beginning of 17th century, women and men move between standard expressions in their letters, a highly codified genre.

The writing of letters must always be seen in connection with the various ways in which the same letters might be read.

Epistolary communication cannot be thought of without considering the moral framework in which the letters were written.

What must be reconstructed are the circumstances of receiving letters, the role of the inbetweens, the specific tactique De Certeau of appropriating texts, and the meaning the exchange of love letters could have.

The correspondents were quite conscious of their use of readymade phrases. It seems worthwhile to investigate in detail how the letter writers tried to overcome the dilemma of expressing themselves forced to use inevitable standard expressions.

Barthes recognizes behind this dilemma a semantic standard feature. Raccolti da lui per scrivere familiarmente, Roma Vincenzo Valgrisi Dolfi gives a convincing interpretation of this fragment in the introduction to A.

Atti di seminario. Trento, maggio , Roma , pp. Jahrhundert erhoben worden waren. Erst in den achtziger Jahren des Beatrix Bastl, Tugend, Liebe, Ehre.

Faksimiledruck nach den Ausgaben von und Mit einem Nachwort von Reinhard M. Nickisch, Stuttgart Briefkultur im So schreibt Johanna Theresia Harrach, geborene von Lamberg, am Juli an ihren Mann Ferdinand Bonaventura I.

Diese galten aber nicht unbegrenzt und wurden manchmal gnadenlos dechiffriert. Alltag bei Hof im ausgehenden Juni in der Linzer Burg inhaftiert wurde.

Oktober Juni auf dem Platz am Hof in Wien enthauptet. Was mier leider, gott erbarms, mein liebster herr und gemahll vonn seinem leydigen zustandt zugeschriben, das wird mein herr vetter aus beyliegender seiner handtschrift vernehmen, darauf ich umb godt und es jungsten gericht willen mein flehendlichs und hochfreundlichs bidten, mein her vedter wolle sich alsbalt, und in angesicht dieses schreibens aufmachen unnd durchaus in erwegung der hechsten noth nicht ausbleiben Eine Festgabe Hermann Wiesflecker zum Geburtstag, Graz , S.

Juni Erst im So schreibt Helena, die in das Franziskanerinnenkloster Hl. Deine treue schwester bis in tod, Helena von 24 Schallnberg.

Chaufontaines, August 6. Es geht nicht um eine Opposition zwischen Umgangston und Kanzleistil, sondern um den Versuch die Darstellung des Selbst innerhalb des Briefschreibens zu kultivieren.

Sprechinhalte sollten verbal rekonstruiert werden. Jahrhunderts bereits zu beobachten. Jahrhundert29 oder die Korrespondenz zwischen Judith von Ungnad gest.

Adlige Ehen im Purpose and form of epistolary conversation between aristocratic siblings Siena 17th century by Benedetta Borello In recent years, careful analysis carried out on correspondence by historians, anthropologists and linguists has emphasized one of its fundamental functions: the letter creates social relationships.

In particular, family letters have offered very fertile ground for investigation. The letters show us that within the aristocratic families there existed areas of more intense relationships or relations of a different type.

Sigismondo was ten when he moved to Rome, and his moving away from home was indispensable and fairly urgent. Second child but only and very beloved son of Francesca Piccolomini, since the other children were born from Olimpia Della Ciaia , with an uncle who was Pope, Sigismondo was to take up an ecclesiastic career and become a cardinal at only eighteen.

Departure from Siena gave way to a consistent flow of letters directed to the young prelate. The family archive preserves the correspondence written by Olimpia Chigi, third child of Augusto and Olimpia Della Ciaia, as well as wife of Giulio Gori as of There are about ninety letters written between and , nearly all addressed to her brother.

The letters written by Francesca Piccolomini, numerous and well preserved, bear witness to a very intense relationship.

Their mother, who had stayed in Siena, seemed invested with the duty of managing the family relationships in toto.

Over the following pages I will reconstruct the family networks that the Chigi siblings wove during the second half of the 17th century between Siena and Rome, comparing the two relationship systems with that bound between mother and son.

I would like to show how the scope of the single letters sent by the two women blends with their manners of expression. Epistolary conversations between siblings served to create a dense area, that integrated well with the overall family equilibrium, with the strategies pursued, and with the primogeniture logic.

Brother and sisters The relationship between siblings, their conflicts and their complicity are a topic that still merits an in-depth study.

Lawrence Stone, for example, suggested various times in his Family, Sex and Marriage in England, the intensity of the sibling relationship in the sixteenth and seventeenth century family.

Following the path marked by Hans Medick and David Sabean and above all by Martine Segalen in their volume,11 the editors of the issue of Quaderni Storici dwelled on the reconstruction and redefinition of the male and female roles at the time of transmission or division of patrimony.

In the inheritance game or in the creation of a circuit of dowries, strongly complementary matters between siblings seem to emerge within families.

Yet the letters also witnessed an on-going play of readjustment to reabsorb asymmetries of power and conflicts, playing with different wording as well.

Secret and confidence In the two epistolaries written by the sisters Chigi to their brother I seem to find a solid bond between siblings who, between Siena and Rome, worked together, each one within their own sphere in the interest in the lineage.

The domestic roles covered by Sigismondo Chigi, Olimpia Chigi Gori and Sister Maria Pulcheria Chigi, cut out precise scopes of action for the siblings and defined their duties.

Nevertheless, the letters show how the functions could work well together, creating alternative spaces yet nonetheless essential to the most traditional family dynamics, characterising the logic of the primogeniture.

The topics of the letters were varied and, naturally, the reasons the two sisters decided to take pen in hand were different.

At times though, the restricted circulation of news could even not take the form of transmitting a secret or a confidence.

Within the family there could actually be a kind of specialisation by topic. Some could be delegated to deal with certain matters in their letters, while others intentionally ignored them.

After the volume edited by Hans Medick and David Sabean, it is superfluous to say that, within these family networks, woven transversally and that could take on various shapes, material interests and affection were indissolubly bound.

This can be seen quite well in a letter written by Sister Maria Pulcheria at the end of This time the letter was the fruit of family collaboration.

Sister Pucheria wrote with her young niece Angela Chigi,17 brought up in the cloisters. The epistolary conversation between the two siblings concerned another Chigi, whom sender and addressee claimed to know well.

Benedetta Borello, Trame sovrapposte. Wife of the only Roman Chigi, Agostino, Maria Virginia had had only one boy and, so far, seven girls.

She was to have four more girls. On 16 November , only Angela was left at Campansi, seven years old. According to what Sister Pulcheria wrote to her brother Sigismondo, aunt and niece had no misgivings.

Regular and necessary correspondence showed each family member the existence of a kinship front where advice, goods and services circulated.

The second part of the letter was dedicated to confidentiality, sending secrets and intimate, personal impressions, which, along with the social aspect, were the other key element of the correspondence.

Her aunt tells about how, after a series of fevers, the little girl recovered and seemed to be enjoying good health. There is no doubt about the sincerity of these words.

This letter, as nearly all the others, talks about the monastery, about Roman relatives who would be guests there, and other matters are touched on that had never been discussed in the correspondence of the other sister, Olimpia Chigi.

The two epistolaries run parallel, almost never intersecting. Reading the nearly twenty years of correspondence of the two women with their brother, there are no more than two mentions of one of them a name or sarcastic comment in the correspondence of the other one.

This is not the case, for example, for Francesca Piccolomini. Nearly all her letters to her son had news about the health of family members, information about the management of the family assets and about the economic situation of the married sisters; it was always Francesca who took care of telling Sigismondo how to behave with the other sister or with the aunts in the monastery, which were places Francesca frequented no less assiduously than the drawing rooms of noble palaces or country villas.

Even though bonded by affection and material interests to their cardinal brother, the two women had woven, within the family atmosphere, networks that were nearly independent and fairly tight knit between them.

The style of their epistolary conversation, the circuits for transmitting news and secrets depicted these two webs of relationships quite differently.

Yet both sisters had an intense and articulate relationship with Sigismondo. Correspondence served to build dense areas of social relations, that could be used to contrast the destructive logic of the primogeniture and maintain a bridge between the new and the old city, between the Roman Curia and Siena.

The two sisters used the pen differently. Aside from the topics, the recounting of events, the confidential information they sent their brother, the form of their letters was different too.

The language she used reveals a fairly good education, which she had at the Campansi monastery at the knee of her aunt, Sister Maria Agnese Chigi.

Yet her handwriting was terrible, at least if compared to that of her sister. Maybe she had little bent for holding a pen, since the handwriting of her aunt was much better.

In writing to her brother, she concealed no detail of her life. She went through her 19 Cf.

Girolamo in Campansi zu Siena und SS. Studien zu Ehren von Hermann Hoberg, 1. Teil, Rome , pp. She also told things that, if expressed publicly or referred to the person concerned, would have offended them.

Her pen was biting even with her family. What Olimpia told in confidence to her brother on 9 December not only put Sister Maria Pulcheria in a bad light, but if it had been made public it could have upset the plans for the destiny of the young Roman Chigi girls.

Suor Maria Pulcheria and maybe part of the Sienese branch would have been kept more at the margins of family life.

That did not happen: Sigismondo opportunely kept his silence, not believing his sister and, implicitly, protecting the other sister.

Aside from keeping secrecy, this correspondence reveals clear reciprocity. Olimpia and Sigismondo spoke the same language, knew the same people well and could share secrets.

Brother and sister handled letters in the same manner. Distance could impoverish the baggage of mutual experiences.

And even a different way of handling what was written could damage the solidity of an epistolary bond. Showing a confidential writing, like betraying a secret, was considered a grave offence.

On 1st January , for example, Francesca Piccolomini asked Sigismondo not to show the letter that she had sent him; a week later she insisted with the same request, giving as a reason the low literary level of her compositions, but a more likely reason was to be able to dialogue more freely with her son.

Regular correspondence was, in this case too, conceived as an obligation. It is clear, although, that the exchange of correspondence was less intense in its content, just as the density of the relationships that intertwined in that area of kinship was less intense.

In a few months the matrimony transformed her from a convent girl to the centre of a vast epistolary network that embraced Naples, Milan and the Farnese court of Parma, where her aunts lived.

Steadfast writing was an obligation from which the young woman, like every other aristocrat, could not evade. Per iscritto.

Antropologia delle scritture quotidiane, Lecce , pp. The tone was ceremonious, not unbecoming to an Aldobrandini woman, but quite different to what was used in the Chigi household, at least between Sigismondo and his sisters.

In such cases the letter became precious as a handwritten gift, to exhibit in witness of a bond that could be traced back only by the name and coat of arms.

When compared to those written to Sigismondo, the intimacy and density of relationships between siblings can immediately be seen.

Pulcheria had no qualms about asking her brother for money, even insistently. Money seems to me to be a revealing detail in understanding the confidence and intimacy that there could be between sender and addressee, as can be seen in the two examples that follow, where Olimpia Maidalchini and Olimpia Aldobrandini broached the subject in their letters.

In mid December , Olimpia Maidalchini made a comment to her mother about some expenses made by her brother, Andrea, on the occasion of his marriage.

Between Olimpia and her mother, during the twenties of the seventeenth century, a heavy, confidential epistolary dialogue developed.

The topic of the letter could make this area of kinship more dense. When the wedding had already taken place, Olimpia bitterly scolded her mother for the money wasted on the celebration.

In fact, gold palls had been bought, by then out of fashion. Neither aunts nor niece would have ever dared criticise expenses for clothes or carriages, as Olimpia Maidalchini did.

It is difficult to establish whether this lack could be attributed to scarce intimacy between aunts and niece, or to a total lack of information about the true value of things.

Both possibilities seem likely. Olimpia saw little of the other Aldobrandini women. The sums mentioned in the various letters were different: Sister Maria Pulcheria wanted a small amount for her personal needs, on the other hand Francesca asked about the lifestyle she would lead after the departure of her sons for Rome.

Some conclusions Study of the correspondence, the careful analysis of the expressive forms and the placing of the epistolary gesture in the time of the family and its internal 23 Ibid.

From this point of view, I believe I can identify the more popular channels of transmission of news, affective bonds, exchange of goods and services.

One is certainly that between sister and brother, and I think I can add between sistersand brothers-in-law and at times between sons- and daughters-in-law.

The members of this family used to create intimacy with some of their parents and these dense areas influenced decisions and strategies of the whole family group.

The letters that both wrote are evidence of this work together. Correspondence and therefore dialogue and not only the manner of address 24 Ibid.

Alongside this, I feel that interesting ideas can be obtained from the study of houses and of division of space inside them, from the circulation of knowledge, the consumption of family goods and from devotion.

Ende des Jahrhundert nicht mehr anerkannt. Jahrhundert etwa fl. Karl F. Allerdings war keineswegs sicher, ob derjenige, an den diese Berichte gerichtet waren, der Kaiser, sie jemals zu Gesicht bekam.

Die einzige Antwort, die die Antragsteller zu erwarten hatten und gleichzeitig die einzige, an der sie interessiert waren, war ein positiver Bescheid und letztlich die kaiserliche Verleihung.

Denn vom formalen Gesichtspunkt aus betrachtet handelt es sich eindeutig um Briefe und nicht etwa um Antragsformulare.

Die vor allem im In den bisher eingesehenen Akten lassen sich grob zwei Grundtypen unterscheiden, die sich beide von auch heute noch angewandten rhetorischen Strategien nicht wesentlich zu unterscheiden scheinen.

Daher erschien es notwendig zu sein, nicht nur von den Leistungen, die eine Nobilitierung rechtfertigten, zu berichten, sondern den Kaiser bzw.

Jahrhundert weitgehend fremd. Supplikanten des Obwohl erst zu Beginn des Jahrhunderts, insbesondere von Unternehmern, gemacht wurde.

The letter, which represents a letter of friendship, aimed explicitly at strengthening the ties existing between the two courts.

Komplimentierkunst und Gesellschaftsrituale im altdeutschen Sprachraum, Stuttgart The paying of compliments was appropriate on many specific and special occasions, for instance, on the birth of a prince or a princess, marriages, the new year or for giving condolences.

Over several centuries, they served as indicators of the quality of the diplomatic relationship between courts.

Juni , Stuttgart , pp. Altman, Letter Manual, p. Apart from the use of French in the court sphere, further elements of distinction are, for example, the self-discipline which was required for maintaining correspondences over a long period of time and which even becomes obvious in the specific posture that was needed for the writing of letters.

Steinhausen, Brief, vol. Correspondingly, also contemporaries regarded letter writing as the prerogative of a leisured class.

Furthermore, the maintenance of intensive correspondences, especially when held with famous personalities, contributed to the social prestige of a person.

Similarly, even dynastic plans were very dependent on epistolary knowledge, or, to put it in other words, given the arranging of marriages through letters, even the social reproduction of aristocracy was closely tied to such skills.

The teaching of princely children in epistolary When Prince Friedrich of Baden-Durlach wrote his first letter he was six years old; the first still existing letter which his brother, Karl Ludwig, sent to his father, was written when he aged seven.

But whereas Fouquet does not distinguish these letters from pure ceremonial letters, in my opinion a clear differentiation is possible, as the ceremonial letter cited below will demonstrate.

Steinhausen, Brief, p. The ability to write a letter, especially a ceremonial letter, therefore served to mark social boundaries.

To guarantee such an advantage in time, formal instruction necessarily had to begin at an early age.

Unfortunately, there exists no time table for the instruction of the Princes of Baden-Durlach for the time before the oldest prince then was 9 years old, and his younger brother Friedrich was eight.

Nevertheless the time-table points to the great importance which was attributed to the ability of writing letters at court.

As part of her instruction, she had 7 For this term cf. Pierre Bourdieu, La distinction. Critique sociale du jugement, Paris , pp.

This distinctive advantage in time was ensured by certain rules of decorum, cf. The letters cited in the following all refer to the family archive of the Markgrafen resp.

These letters, written by French native speakers, were probably regarded as exemplary. Whereas for her father, the hereditary Prince of Hessen-Darmstadt, Karoline Luise explicitly noted that she should not use more than six lines, the greeting for her grandfather, the ruling Landgraf, was supposed to stretch over seven lines.

For the role of memoria within noble culture cf. Jahrhunderts, Frankfurt a. Abhandlung vom guten Geschmacke in Briefen, published in In any case the abolition of ceremonial letters demanded by Gellert apparently did not have a great effect on court etiquette, at least not earlier than the very last decades of the century.

Wiedau, Kindheit, p. Altman, Letter Manual, pp. These manuals originally followed courtly style. As to Weise cf.

Ein Beitrag zu C. Some extracts of his letter manuals next to commentaries are published in: Angelika Ebrecht [et al. Texte, Kommentare, Essays, Stuttgart , pp.

Letters of compliment by princely children As letters of compliment did not so much aim at communicating concrete information as at expressing oneself in a most artificial, stilted way, such letters demanded special epistolary skills.

I and her letter to Friedrich dating from 6 June , no. See 5, Corresp. Of the letters written by the sons to their mother, hardly any have been handed down with the exception of some letters written by Karl Ludwig among which three letters of compliment can be found, in 5A, Corresp.

Charles Louis de Bade. The ceremonial letters written by the young princess Karoline Luise to her father and grandfather use even a more sophisticated and eloquent language, in 5A, Corresp.

Both point to her outstanding social position and her role as ruling princess. Thus the perspective of the outside world regarding his own mother is inculcated and internalised by the young prince.

In fact, occasional letters of princely children can be compared to letters of homage, by which the familiarly dependencies were renewed yearly, exactly as was the case with the dependencies on a political, juridical level.

In other letters, the children explicitly thank their parents for their fatherly or motherly care. Whereas Beetz thinks that these expressions of submission in letters between children and parents were only used until the first third of the 18th century, those here presented provide a different picture.

Another example for addressing the parents as ruling prince and princess ca be found in the ceremonial letter written by Karl Ludwig to his father on his name-day, dated the 28 January Therefore, by instructing princely children in writing letters to their parents, a certain kind of behaviour is aimed at, which goes beyond the written sphere, penetrating all levels of human relationships.

Correspondingly, letters can be regarded not only as the written expression of relationships but, at the same time, as the means of constructing them.

At the ages of eleven and twelve years, the princes Karl Ludwig and Friedrich wrote their first letters of compliment to their father, which they composed themselves.

Ein Katalog, Marburg , pp. Here, the prince perceives himself objectively in the role of the son who must deserve the love of his mother and be worthy of it.

By learning to subordinate oneself rhetorically, instruction in letter writing also satisfied one of the 33 Cf.

Nickisch, Brief, p. Beetz provides detailed information about the linguistic arrangement of letters, cf. For the Spatium in particular see also Sperber: Sprachgeschichte, p.

The greetings sent to the children by relatives or members of the own court in the letters of their parents and the replies of the children to these greetings helped to successively integrate the princes within court society, even at a very early age.

See the letter from Karoline Luise of 19 July , no. On another occasion the hereditary prince himself mediates the greetings from the administrative personnel to his father, see his letter of 24 October , in 5, Corresp.

The hereditary prince had apparently been asked by his father to report him regularly about the foreign visitors at court,41 and it can be assumed that this request also sharpened his attention for court matters.

So it is for instance striking that the Markgraf, his father, writes to him far more often than to his other sons. Such is the case whenever he informs his father about the health of his brothers and mother and when he points out that his younger brother will also not neglect to write to him.

In this context it is interesting to see that also in contemporary pedagogic literature it was recommended that children should write letters to their parents as this would allow for greater control over the children.

Aus der Geschichte der Disziplinierung, Reinbek bei Hamburg , p. See e. The remembrance of these days, connected with the adoration of the own parents, were used as instruments to develop an awareness of the grandeur of the own dynasty.

Decembre II, Wien , Vol. II, p. XVIII, ad vocem. Edizione eseguita su quella del Tramater di Napoli con giunte e correzioni per cura di Antonio Enrico Mortara, prof.

Bernardo Bellini, prof. Don Gaetano Codogni, Antonio Mainardi ecc. Campi, Gius. IV, ad vocem. XIX, Bologna, Zanichelli, pp.

Ancora poco studiati in Italia, i segretari hanno ricevuto maggior attenzione in Francia; cfr. Chartier ed. Craddock and Charla Hay, Collegues Press, pp.

Ad esempio, le Lettere moderne colle loro risposte di Dionigi di Villecomte presentavano un mondo tutto francese di gentiluomini, dame, cavalieri, signori di corte, contesse e marchese.

Molti fra questi forniscono modelli bilingui per il commercio in francese, tedesco o inglese: Il Segretario di banco o lettere mercantili francesi ed italiane.

Con diverse osservazioni da praticarsi per ben comporle, uscito a Livorno nel ; Il segretario de negozianti francese ed italiano secondo lo stile moderno, uscito a Nizza per Floterons nel ; Il segretario di banco per tutti i negozianti, o lettere mercantili in francese ed in italiano, uscito ad Amsterdam per i Reycends nel Famoso Il segretario di banco ovvero lettere di corrispondenza mercantile, spiegato con molte e bellissime Lettere di Negozio in ogni genere di Traffico, di Matthias Kramer, autore di manuali di grammatica e di un vocabolario tedesco-italiano, ripubblicato con numerose edizioni lungo tutto il secolo.

Formigari, Bologna, , pp. Gioia, Nuovo galateo, Milano, Pirotta e Maspero, Nei segretari di primo Ottocento prendono la penna le classi medio-basse: cameriere e padrone, negozianti e commercianti, contadini, affittuari e i rispettivi padroni, sartine, maestre, tutori e pupilli; ma anche funzionari, avvocati e professionisti.

Ad uso dei soldati del R. Esercito, Milano, Colombo, Il nuovo segretario italiano o sia modelli di lettere sopra ogni sorta di argomenti colle loro risposte, Milano, Silvestri, , p.

Modelli di suppliche, biglietti d'ordine e lettere di cambio e un vocabolario di voci dubbie ed avvertimenti grammaticali preceduti da una breve Istruzione sul cerimoniale epistolare e da alcune regole di ortografia appositamente compilate per questa V ed.

Lo scambio epistolare tra servo e padrone, 20 Segretario privato, Milano, Sonzogno, ; Jacopo Gelli, Come devo scrivere le mie lettere?

Esempi di lettere e di scritture private per tutte le circostanze della vita. Con prefazione di Giuseppe Fumagalli, Milano, Hoepli, Introduzione di Umberto Galimberti, Milano, Che Dio le conceda lunga vita, tranquilla e con salute!

Il porsi in modo contrattuale rispetto al padrone, la certificazione burocratica dei bisogni piuttosto argomenti con aggiunta di nozioni sull'ortografia, istruzioni sul cerimoniale epistolare, e sulle diverse specie di componimenti; modelli di biglietti, lettere di commercio, lettere di cambio, obbligazioni, certificati, ricevute, contratti, suppliche, istanze ec.

Tuttavia, nei manuali epistolari a scrivere sono gli uomini, mentre le donne sono destinatarie passive di messaggi concepiti da altri.

Ciononostante, la maggior 24 Augusta Molinari, Le lettere al padrone. Come il linguaggio dei fiori, anche le lettere, specie quelle amorose, sono presentate come modo per gestire i rapporti sociali a proprio vantaggio, in chiave strumentale e utilitaristica.

E sono aperte a tutti: come recita il suo titolo, Il nuovo segretario galante per ambo i sessi e adatto ad ogni ceto non fa distinzioni tra uomini e donne, ricchi o poveri quanto a giochi amorosi.

Ambrogio Cogliati, Il nuovo segretario galante per ambo i sessi e adatto ad ogni ceto, Milano, Lovati, It made sense to examine her published, carefully edited letters.

In the end I found both Luise and the production of a myth. Along with their sisters Therese and Friederike, he was one of the most important recipients of the letters Luise wrote between and , the year of her death.

The next circle of correspondents encompassed servants, ladies of the court, advisers, tutors and the occasional female friend.

A few central letters went to important rulers, among them Tsar Alexander and Napoleon Bonaparte. The princesses Luise and Friederike of Mecklenburg-Strelitz, who were passing through Frankfurt with their grandmother, were presented to him on 13 March.

On 14 March the sisters met the two princes and after four days of seeing each other at parties hosted by Frankfurt families Friedrich Wilhelm settled upon Luise.

On 19 March the crown prince proposed to Luise, five days after setting eyes upon her for the first time, and she agreed to marry him.

From there Luise wrote her first letter to the prince, who was staying at the headquarters of the Prussian troops near Oppenheim, in reply to the letter with which Friedrich Wilhelm had initiated the correspondence.

I would like to begin with the first letter, since it anticipates key elements of the future correspondence.

In the first part of the letter, Luise addresses her betrothed as 4 5 Ibid. Do not be surprised at this; Papa and Grandmama wanted me to show them my letter to you, and the latter particularly advised me not to write too affectionately.

What luck that thoughts and sentiments need not pass through customs, so that no etiquette need be applied. Do you know, dear prince, that I was very pleased to be called friend, and dear Luise; call me what you will, always; never in my wildest dreams would it occur to me to disapprove; quite the contrary, it pleases me.

On the contrary, I am not indifferent to you, and you know my feelings for you, so that I need not repeat that I am welldisposed towards you.

Please always be the same towards me. I promise you, my heart cannot change. If you were still in Trebur I would look forward to many days like the 24th, which was one of the loveliest in my life.

For my part I declare that I owed it to you to tell you the truth. Never cease to love your Luise.

Should you receive this letter in company, I implore 8 you not to open it there, otherwise people could think me foolish.

Her grandmother and father represented and guaranteed courtly rules, according to which the letters of royal brides were checked and censored, and writing affectionately was not considered seemly.

Desto unbegreiflicher war die Ruhe des Mädchens und des Mannes, die ihn führten. Ihm war, als wären alle seine Kräfte mit einemmal zurückgekehrt, um einen Vorgeschmack der Freiheit zu gewinnen, trat er gleich auf eine Treppenstufe und verabschiedete sich von dort aus von seinen Begleitern, die sich zu ihm hinabbeugten.

Sie konnten kaum antworten, und das Mädchen wäre vielleicht abgestürzt, wenn nicht K. Solche Überraschungen hatte ihm sein sonst ganz gefestigter Gesundheitszustand noch nie bereitet.

Er lehnte den Gedanken nicht ganz ab, bei nächster Gelegenheit zu einem Arzt zu gehen, jedenfalls aber wollte er — darin konnte er sich selbst beraten — alle künftigen Sonntagvormittage besser als diesen verwenden.

In der nächsten Zeit war es K. Er kam gleich nach dem Büro nach Hause, blieb in seinem Zimmer, ohne das Licht anzudrehen, auf dem Kanapee sitzen und beschäftigte sich mit nichts anderem, als das Vorzimmer zu beobachten.

Des Morgens stand er um eine Stunde früher auf als sonst, um vielleicht Fräulein Bürstner allein treffen zu können, wenn sie ins Büro ging.

Aber keiner dieser Versuche gelang. Die Briefe kamen nicht zurück, aber es erfolgte auch keine Antwort. Dagegen gab es Sonntag ein Zeichen, dessen Deutlichkeit genügend war.

Gleich früh bemerkte K. Stundenlang sah man sie durch das Vorzimmer schlürfen. Als Frau Grubach K. Selbst diese strengen Fragen K. Ich habe ja nicht im entferntesten daran gedacht, Sie oder irgend jemand zu kränken.

Sie kennen mich doch schon lange genug, Herr K. Sie wissen gar nicht, wie ich die letzten Tage gelitten habe! Ich sollte meine Mieter verleumden!

Und Sie, Herr K. Und sagten, ich solle Ihnen kündigen! Ihnen kündigen! Das kann auch alten Freunden einmal geschehen.

Ich habe ja über das Fräulein nichts anderes gesagt, als was ich mit eigenen Augen gesehen habe. Er begnügte sich damit, den Kaffee zu trinken und Frau Grubach ihre Überflüssigkeit fühlen zu lassen.

Ich wundere mich über Fräulein Bürstner. Er nimmt nicht viel Rücksicht. Sie scheinen mich wohl für überempfindlich zu halten, weil ich diese Wanderungen des Fräulein Montag — jetzt geht sie wieder zurück — nicht vertragen kann.

Wenn Sie wollen, tue ich es sofort. Er fing an, im Zimmer vom Fenster zur Tür auf und ab zu gehen und nahm dadurch Frau Grubach die Möglichkeit, sich zu entfernen, was sie sonst wahrscheinlich getan hätte.

Gerade war K. Es war ein sehr langes, aber schmales, einfenstriges Zimmer. Aber Fräulein Montag stand gleich wieder auf, denn sie hatte ihr Handtäschchen auf dem Fensterbrett liegengelassen und ging es holen; sie schleifte durch das ganze Zimmer.

Sie wollte selbst kommen, aber sie fühlt sich heute ein wenig unwohl. Sie möchten sie entschuldigen und mich statt ihrer anhören.

Sie hätte ihnen auch nichts anderes sagen können, als ich Ihnen sagen werde. Glauben Sie nicht auch? Im allgemeinen werden doch Aussprachen weder bewilligt, noch geschieht das Gegenteil.

Jetzt, nach Ihrer Bemerkung, kann ich ja offen reden. Sie haben meine Freundin schriftlich oder mündlich um eine Unterredung gebeten. Ich bot mich an, diese Aufgabe zu übernehmen, nach einigem Zögern gab meine Freundin mir nach.

Ich hoffe, nun aber auch in Ihrem Sinne gehandelt zu haben; denn selbst die kleinste Unsicherheit in der geringfügigsten Sache ist doch immer quälend, und wenn man sie, wie in diesem Falle, leicht beseitigen kann, so soll es doch besser sofort geschehen.

Fräulein Montag folgte ihm ein paar Schritte, als vertraue sie ihm nicht ganz. Er machte eine leichte Verbeugung, die auch K.

Er war sehr gewandt in seinen Bewegungen. Trotzdem schien Fräulein Montag K. Sie sollte sich täuschen, K.

Hierbei zog er absichtlich gar nicht in Berechnung, was er von Frau Grubach über Fräulein Bürstner erfahren hatte.

Die Gelegenheit schien günstig, K. Da sich nichts rührte, klopfte er nochmals, aber es erfolgte noch immer keine Antwort.

Schlief sie? Oder war sie wirklich unwohl? Im Zimmer war niemand. Es erinnerte übrigens kaum mehr an das Zimmer, wie es K. An der Wand waren nun zwei Betten hintereinander aufgestellt, drei Sessel in der Nähe der Tür waren mit Kleidern und Wäsche überhäuft, ein Schrank stand offen.

Sie standen dort vielleicht schon, seitdem K. Aber auf K. Er blieb erstaunt stehen und horchte noch einmal auf, um festzustellen, ob er sich nicht irrte — es wurde ein Weilchen still, dann waren es aber doch wieder Seufzer.

Es war, wie er richtig vermutet hatte, eine Rumpelkammer. Unbrauchbare, alte Drucksorten, umgeworfene leere irdene Tintenflaschen lagen hinter der Schwelle.

In der Kammer selbst aber standen drei Männer, gebückt in dem niedrigen Raum. Eine auf einem Regal festgemachte Kerze gab ihnen Licht.

Er antwortete nicht. Wir sollen geprügelt werden, weil du dich beim Untersuchungsrichter über uns beklagt hast. Und einwandfrei habt ihr euch ja nicht benommen.

Sonst wäre uns nichts geschehen, selbst wenn man erfahren hätte, was wir getan haben. Kann man das Gerechtigkeit nennen?

Und jetzt, Herr, ist alles verloren, unsere Laufbahn beendet, wir werden noch viel untergeordnetere Arbeiten leisten müssen, als es der Wachdienst ist, und überdies bekommen wir jetzt diese schrecklich schmerzhaften Prügel.

Und zu K. Sieh an, wie fett er ist — die ersten Rutenstreiche werden überhaupt im Fett verlorengehen. Er hat die Gewohnheit, allen Verhafteten das Frühstück aufzuessen.

Hat er nicht auch dein Frühstück aufgegessen? Nun, ich sagte es ja. Aber ein Mann mit einem solchen Bauch kann nie und nimmermehr Prügler werden, das ist ganz ausgeschlossen.

Nein, nein! Ich könnte einfach die Tür hier zuschlagen, nichts weiter sehen und hören wollen und nach Hause gehen. Ich halte sie nämlich gar nicht für schuldig, schuldig ist die Organisation, schuldig sind die hohen Beamten.

Ich bin zum Prügeln angestellt, also prügle ich. Willem ist älter als ich, in jeder Hinsicht weniger empfindlich, auch hat er schon einmal vor ein paar Jahren eine leichte Prügelstrafe bekommen, ich aber bin noch nicht entehrt und bin doch zu meiner Handlungsweise nur durch Willem gebracht worden, der im Guten und Schlechten mein Lehrer ist.

Unten vor der Bank wartet meine arme Braut auf den Ausgang, ich schäme mich ja so erbärmlich. Und schon erschien in der Ferne ein Diener und ein paar Schritte hinter ihm ein zweiter.

Das Schreien hatte vollständig aufgehört. Als er nach einem Weilchen wieder in den Korridor sah, waren sie schon weg.

Es war ein kleiner viereckiger Hof, in den er hinuntersah, ringsherum waren Büroräume untergebracht, alle Fenster waren jetzt schon dunkel, nur die obersten fingen einen Widerschein des Mondes auf.

Wenn die ganze unterste Beamtenschaft Gesindel war, warum hätte gerade der Prügler, der das unmenschlichste Amt hatte, eine Ausnahme machen sollen, K.

Aber in dem Augenblick, wo Franz zu schreien angefangen hatte, war natürlich alles zu Ende. Diese Aufopferung konnte wirklich niemand von K.

Wenn er das zu tun beabsichtigt hätte, so wäre es ja fast einfacher gewesen, K. Allerdings konnten hier auch besondere Bestimmungen gelten.

Jedenfalls hatte K. Bei der Tür zur Rumpelkammer blieb er ein wenig stehen und horchte. Es war ganz still.

Der Mann konnte die Wächter totgeprügelt haben, sie waren ja ganz in seine Macht gegeben. Als er die Freitreppe der Bank hinunterging, beobachtete er sorgfältig alle Passanten, aber selbst in der weiteren Umgebung war kein Mädchen zu sehen, das auf jemanden gewartet hätte.

Auch noch am nächsten Tage kamen K. Als er auf dem Nachhausewege wieder an der Rumpelkammer vorbeikam, öffnete er sie wie aus Gewohnheit.

Alles war unverändert, so wie er es am Abend vorher beim Öffnen der Tür gefunden hatte. Fast weinend lief er zu den Dienern, die ruhig an den Kopiermaschinen arbeiteten und erstaunt in ihrer Arbeit innehielten.

Eines Nachmittags — K. Der Onkel befand sich immer in Eile, denn er war von dem unglücklichen Gedanken verfolgt, bei seinem immer nur eintägigen Aufenthalt in der Hauptstadt müsse er alles erledigen können, was er sich vorgenommen hatte, und dürfte überdies auch kein gelegentlich sich darbietendes Gespräch oder Geschäft oder Vergnügen sich entgehen lassen.

Ist es wahr, kann es denn wahr sein? Soll ich deine letzten Worte als schlimmes Zeichen auffassen?

Heute habe ich den Brief bekommen und bin natürlich sofort hergefahren. Aus keinem anderen Grund, aber es scheint ein genügender Grund zu sein.

Ich kann dir die Briefstelle, die dich betrifft, vorlesen. Ich hätte gern mit ihm gesprochen, vielleicht wird sich nächstens eine Gelegenheit finden.

Ich hatte vergessen, es Euch damals zu schreiben, erst jetzt, da Ihr mich fragt, erinnere ich mich daran. Aber was Josef betrifft, wollte ich Euch noch etwas sagen.

Wie erwähnt, wurde ich in der Bank nicht zu ihm vorgelassen, weil er gerade mit einem Herrn verhandelte. Nachdem ich eine Zeitlang ruhig gewartet hatte, fragte ich einen Diener, ob die Verhandlung noch lange dauern werde.

Ich legte diesen Reden natürlich nicht viel Bedeutung bei, suchte auch den einfältigen Diener zu beruhigen, verbot ihm, anderen gegenüber davon zu sprechen, und halte das Ganze für ein Geschwätz.

Sollte es aber nicht nötig sein, was ja das wahrscheinlichste ist, so wird es wenigstens Deiner Tochter bald Gelegenheit geben, Dich zu umarmen, was sie freuen würde.

Wie kann es denn wahr sein? Du warst bisher unsere Ehre, du darfst nicht unsere Schande werden. Sag mir nur schnell, worum es sich handelt, damit ich dir helfen kann.

Es handelt sich natürlich um die Bank? Das ist mir unangenehm. Wir wollen lieber weggehen. Ich werde dir dann alle Fragen, so gut es geht, beantworten.

Der Onkel, der sich in K. Am besten wäre es jedenfalls, wenn du dir jetzt einen kleinen Urlaub nimmst und zu uns aufs Land kommst.

Du bist auch ein wenig abgemagert, jetzt merke ich es. Josef, nimm dich doch zusammen. Deine Gleichgültigkeit bringt mich um den Verstand.

Überdies bin ich hier zwar mehr verfolgt, kann aber auch selbst die Sache mehr betreiben. Willst du es aber mit aller Kraft selbst betreiben, so ist es natürlich weit besser.

Verschiedene wichtige Verbindungen mit Persönlichkeiten, die sich hier vielleicht besser auskennen, haben sich von selbst gelockert.

Selbst merkt man es eigentlich erst bei solchen Gelegenheiten. Aber das ist gleichgültig, das Wichtigste ist jetzt, keine Zeit zu verlieren.

Das ist aber merkwürdig. Er hat doch als Verteidiger und Armenadvokat einen bedeutenden Ruf. Es war nicht sehr erfreulich, als Angeklagter zu einem Armenadvokaten zu fahren.

Und nun erzähle mir, damit ich über die Sache genau unterrichtet bin, alles, was bisher geschehen ist.

Während er erzählte, sah er aus dem Fenster und beobachtete, wie sie sich gerade jener Vorstadt näherten, in der die Gerichtskanzleien waren, er machte den Onkel darauf aufmerksam, der aber das Zusammentreffen nicht besonders auffallend fand.

Der Wagen hielt vor einem dunklen Haus. Huld nimmt es mir aber nicht übel. Der Onkel und K. Wieder erschienen die Augen, man konnte sie jetzt fast für traurig halten, vielleicht war das aber auch nur eine Täuschung, hervorgerufen durch die offene Gasflamme, die nahe über den Köpfen stark zischend brannte, aber wenig Licht gab.

Sie sagen, er ist krank? Die Tür war wirklich geöffnet worden, ein junges Mädchen — K. Es ist ein Anfall deines Herzleidens und wird vorübergehen wie die früheren.

Ich atme schwer, schlafe gar nicht und verliere täglich an Kraft. Hast du übrigens die richtige Pflege? Es ist auch so traurig hier, so dunkel.

Es ist schon lange her, seit ich zum letztenmal hier war, damals schien es mir freundlicher.

Auch dein kleines Fräulein hier scheint nicht sehr lustig, oder sie verstellt sich. Mir ist es nicht traurig. Bitte, gehen Sie jetzt! Hält es mein Herz nicht aus, so wird es doch wenigstens hier eine würdige Gelegenheit finden, gänzlich zu versagen.

Aber das war unmöglich, alles, was vorhergegangen war, sprach dagegen. Worüber wollten Sie denn mit mir sprechen?

Das ist doch nichts Merkwürdiges. Natürlich bin ich jetzt infolge meiner Krankheit ein wenig behindert, aber ich bekomme trotzdem Besuch von guten Freunden vom Gericht und erfahre doch einiges.

Erfahre vielleicht mehr als manche, die in bester Gesundheit den ganzen Tag bei Gericht verbringen. So habe ich zum Beispiel gerade jetzt einen lieben Besuch.

Er sah unsicher herum; das Licht der kleinen Kerze drang bis zur gegenüberliegenden Wand bei weitem nicht.

Und wirklich begann sich dort in der Ecke etwas zu rühren. Im Licht der Kerze, die der Onkel jetzt hochhielt, sah man dort, bei einem kleinen Tischchen, einen älteren Herrn sitzen.

Das konnte man ihm nun aber nicht mehr zugestehen. Jedenfalls will ich nicht die Gelegenheit vorübergehen lassen, einen Freund meines Freundes kennenzulernen.

Wenn er sich auch vielleicht täuschte, so hätte sich doch der Kanzleidirektor den Versammlungsteilnehmern in der ersten Reihe, den alten Herren mit den schütteren Bärten, vorzüglich eingefügt.

Kaum war er ins Vorzimmer getreten und wollte sich im Dunkel zurechtfinden, als sich auf die Hand, mit der er die Tür noch festhielt, eine kleine Hand legte, viel kleiner als K.

Es war die Pflegerin, die hier gewartet hatte. Noch als er sich gesetzt hatte, sah sich K. Es war doch merkwürdig. Deshalb schwieg K.

Da er sich an das Dunkel im Zimmer schon gewöhnt hatte, konnte er verschiedene Einzelheiten der Einrichtung unterscheiden.

Das Bild stammt aus seiner Jugend, er kann aber niemals dem Bilde auch nur ähnlich gewesen sein, denn er ist fast winzig klein.

Trotzdem hat er sich auf dem Bild so in die Länge ziehen lassen, denn er ist unsinnig eitel, wie alle hier.

Aber er sitzt doch auf einem Thronsessel. Machen Sie doch bei nächster Gelegenheit das Geständnis.

Erst dann ist die Möglichkeit zu entschlüpfen gegeben, erst dann. Jedoch selbst das ist ohne fremde Hilfe nicht möglich, wegen dieser Hilfe aber müssen Sie sich nicht ängstigen, die will ich Ihnen selbst leisten.

Dann hing sie sich mit beiden Händen an seinen Hals, lehnte sich zurück und sah ihn lange an. Ich werbe Helferinnen, dachte er fast verwundert, zuerst Fräulein Bürstner, dann die Frau des Gerichtsdieners und endlich diese kleine Pflegerin, die ein unbegreifliches Bedürfnis nach mir zu haben scheint.

Aber Sie wollen ja meine Hilfe gar nicht, es liegt Ihnen nichts daran, Sie sind eigensinnig und lassen sich nicht überzeugen.

Es war eine Momentphotographie, Elsa war nach einem Wirbeltanz aufgenommen, wie sie ihn in dem Weinlokal gern tanzte, ihr Rock flog noch im Faltenwurf der Drehung um sie her, die Hände hatte sie auf die festen Hüften gelegt und sah mit straffem Hals lachend zur Seite; wem ihr Lachen galt, konnte man aus dem Bild nicht erkennen.

Würde sie sich aber für Sie opfern können? Auch habe ich bisher weder das eine noch das andere von ihr verlangt. Ja, ich habe noch nicht einmal das Bild so genau angesehen wie Sie.

Sie würde mich nicht zur Nachgiebigkeit zu überreden suchen. Hat sie irgendeinen körperlichen Fehler? Du hast deiner Sache, die auf gutem Wege war, schrecklich geschadet.

Verkriechst dich mit einem kleinen, schmutzigen Ding, das überdies offensichtlich die Geliebte des Advokaten ist, und bleibst stundenlang weg.

Suchst nicht einmal einen Vorwand, verheimlichst nichts, nein, bist ganz offen, läufst zu ihr und bleibst bei ihr. Statt dessen bleibst du fort.

Wir sind minutenlang schweigend dagesessen und haben gehorcht, ob du nicht doch endlich kämest. Alles vergebens. Endlich steht der Kanzleidirektor, der viel länger geblieben ist, als er ursprünglich wollte, auf, verabschiedet sich, bedauert mich sichtlich, ohne mir helfen zu können, wartet in unbegreiflicher Liebenswürdigkeit noch eine Zeitlang in der Tür, dann geht er.

Auf den kranken Advokaten hat alles noch stärker eingewirkt, er konnte, der gute Mann, gar nicht sprechen, als ich mich von ihm verabschiedete.

Du hast wahrscheinlich zu seinem vollständigen Zusammenbrechen beigetragen und beschleunigst so den Tod eines Mannes, auf den du angewiesen bist.

Öfters schon hatte er überlegt, ob es nicht gut wäre, eine Verteidigungsschrift auszuarbeiten und bei Gericht einzureichen.

Er wollte darin eine kurze Lebensbeschreibung vorlegen und bei jedem irgendwie wichtigeren Ereignis erklären, aus welchen Gründen er so gehandelt hatte, ob diese Handlungsweise nach seinem gegenwärtigen Urteil zu verwerfen oder zu billigen war und welche Gründe er für dieses oder jenes anführen konnte.

Vor allem hatte er ihn fast gar nicht ausgefragt. Und hier war doch so viel zu fragen. Fragen war die Hauptsache. Hier und da gab er K.

Ebenso nutzlose wie langweilige Reden, die K. Nachdem der Advokat ihn genügend gedemütigt zu haben glaubte, fing er gewöhnlich an, ihn wieder ein wenig aufzumuntern.

Er habe schon, erzählte er dann, viele ähnliche Prozesse ganz oder teilweise gewonnen. Ein Verzeichnis dieser Prozesse habe er hier in der Schublade — hierbei klopfte er an irgendeine Lade des Tisches —, die Schriften könne er leider nicht zeigen, da es sich um Amtsgeheimnisse handle.

Er habe natürlich sofort zu arbeiten begonnen, und die erste Eingabe sei schon fast fertiggestellt. Sie sei sehr wichtig, weil der erste Eindruck, den die Verteidigung mache, oft die ganze Richtung des Verfahrens bestimme.

Leider, darauf müsse er K. Leider sei aber auch dies meistens nicht richtig, die erste Eingabe werde gewöhnlich verlegt oder gehe gänzlich verloren, und selbst wenn sie bis zum Ende erhalten bleibt, werde sie, wie der Advokat allerdings nur gerüchtweise erfahren hat, kaum gelesen.

Das alles sei bedauerlich, aber nicht ganz ohne Berechtigung. Wirklich zutreffende und beweisführende Eingaben kann man erst später ausarbeiten, wenn im Laufe der Einvernahmen des Angeklagten die einzelnen Anklagepunkte und ihre Begründung deutlicher hervortreten oder erraten werden können.

Unter diesen Verhältnissen ist natürlich die Verteidigung in einer sehr ungünstigen und schwierigen Lage. Aber auch das ist beabsichtigt.

Die Verteidigung ist nämlich durch das Gesetz nicht eigentlich gestattet, sondern nur geduldet, und selbst darüber, ob aus der betreffenden Gesetzesstelle wenigstens Duldung herausgelesen werden soll, besteht Streit.

Es gibt daher strenggenommen gar keine vom Gericht anerkannten Advokaten, alle, die vor diesem Gericht als Advokaten auftreten, sind im Grunde nur Winkeladvokaten.

Das wirkt natürlich auf den ganzen Stand sehr entwürdigend ein, und wenn K. Er werde vor der Gesellschaft, die dort beisammen sei, vermutlich erschrecken.

Schon die ihnen zugewiesene enge, niedrige Kammer zeige die Verachtung, die das Gericht für diese Leute hat. Das Advokatenzimmer liegt auf dem zweiten Dachboden; sinkt also einer ein, so hängt das Bein in den ersten Dachboden hinunter, und zwar gerade in den Gang, wo die Parteien warten.

Es ist nicht zuviel gesagt, wenn man in Advokatenkreisen solche Verhältnisse schändlich nennt.

Beschwerden an die Verwaltung haben nicht den geringsten Erfolg, wohl aber ist es den Advokaten auf das strengste verboten, irgend etwas in dem Zimmer auf eigene Kosten ändern zu lassen.

Aber auch diese Behandlung der Advokaten hat ihre Begründung. Man will die Verteidigung möglichst ausschalten, alles soll auf den Angeklagten selbst gestellt sein.

Im Gegenteil, bei keinem anderen Gericht sind sie so notwendig wie bei diesem. Das Verfahren ist nämlich im allgemeinen nicht nur vor der Öffentlichkeit geheim, sondern auch vor dem Angeklagten.

Hier greift nun die Verteidigung ein. Bei den Verhören dürfen im allgemeinen Verteidiger nicht anwesend sein, sie müssen daher nach den Verhören, und zwar möglichst noch an der Tür des Untersuchungszimmers, den Angeklagten über das Verhör ausforschen und diesen oft schon sehr verwischten Berichten das für die Verteidigung Taugliche entnehmen.

Aber das Wichtigste ist dies nicht, denn viel kann man auf diese Weise nicht erfahren, wenn natürlich auch hier wie überall ein tüchtiger Mann mehr erfährt als andere.

Das Wichtigste bleiben trotzdem die persönlichen Beziehungen des Advokaten, in ihnen liegt der Hauptwert der Verteidigung.

Nun habe ja wohl K. Hier nun drängt sich die Mehrzahl der Advokaten ein, hier wird bestochen und ausgehorcht, ja es kamen, wenigstens in früherer Zeit, sogar Fälle von Aktendiebstählen vor.

Wirklichen Wert aber haben nur ehrliche persönliche Beziehungen, und zwar mit höheren Beamten, womit natürlich nur höhere Beamten der unteren Grade gemeint sind.

Das können natürlich nur wenige Advokaten, und hier sei die Wahl K. Nur noch vielleicht ein oder zwei Advokaten könnten sich mit ähnlichen Beziehungen ausweisen wie Dr.

Diese kümmern sich allerdings um die Gesellschaft im Advokatenzimmer nicht und haben auch nichts mit ihr zu tun. Um so enger sei aber die Verbindung mit den Gerichtsbeamten.

Huld zu Gericht gehe, in den Vorzimmern der Untersuchungsrichter auf ihr zufälliges Erscheinen warte und je nach ihrer Laune einen meist nur scheinbaren Erfolg erziele oder auch nicht einmal diesen.

Nein, K. Hier mache sich eben der Nachteil einer Gerichtsorganisation geltend, die selbst in ihren Anfängen das geheime Gericht festsetzt.

Dann kommen sie zum Advokaten um Rat, und hinter ihnen trägt ein Diener die Akten, die sonst so geheim sind. An diesem Fenster hätte man manche Herren, von denen man es am wenigsten erwarten würde, antreffen können, wie sie geradezu trostlos auf die Gasse hinaussahen, während der Advokat an seinem Tisch die Akten studierte, um ihnen einen guten Rat geben zu können.

Ihre Stellung sei auch sonst nicht leicht, man dürfe ihnen nicht Unrecht tun und ihre Stellung nicht für leicht ansehen.

Die Rangordnung und Steigerung des Gerichtes sei unendlich und selbst für den Eingeweihten nicht absehbar. Auch in dieser Richtung also können sie von der Verteidigung manches Wertvolle erfahren.

Wundere sich K. Alle Beamten seien gereizt, selbst wenn sie ruhig scheinen. Natürlich haben die kleinen Advokaten besonders viel darunter zu leiden.

Man erzählt zum Beispiel folgende Geschichte, die sehr den Anschein der Wahrheit hat. Die Advokaten sammelten sich unten auf dem Treppenabsatz und berieten, was sie tun sollten; einerseits haben sie keinen eigentlichen Anspruch darauf, eingelassen zu werden, können daher rechtlich gegen den Beamten kaum etwas unternehmen und müssen sich, wie schon erwähnt, auch hüten, die Beamtenschaft gegen sich aufzubringen.

Andererseits aber ist jeder nicht bei Gericht verbrachte Tag für sie verloren, und es lag ihnen also viel daran einzudringen.

Das dauerte etwa eine Stunde, dann wurde der alte Herr, er war ja auch von der Nachtarbeit schon erschöpft, wirklich müde und ging in seine Kanzlei zurück.

Die unten wollten es erst gar nicht glauben und schickten zuerst einen aus, der hinter der Tür nachsehen sollte, ob dort wirklich leer war.

Dann erst zogen sie ein und wagten wahrscheinlich nicht einmal zu murren. Das einzig Richtige sei es, sich mit den vorhandenen Verhältnissen abzufinden.

Nur keine Aufmerksamkeit erregen! Sich ruhig verhalten, selbst wenn es einem noch so sehr gegen den Sinn geht!

Man überlasse doch die Arbeit dem Advokaten, statt sie zu stören. Vorwürfe nützen ja nicht viel, besonders wenn man ihre Ursachen in ihrer ganzen Bedeutung nicht begreiflich machen kann, aber gesagt müsse es doch werden, wieviel K.

Selbst flüchtige Erwähnungen des Prozesses überhöre er mit deutlicher Absicht. In manchem seien ja die Beamten wie Kinder.

Oft können sie durch Harmlosigkeiten, unter die allerdings K. Dann aber einmal, überraschenderweise ohne besonderen Grund, lassen sie sich durch einen kleinen Scherz, den man nur deshalb wagt, weil alles aussichtslos scheint, zum Lachen bringen und sind versöhnt.

Es sei eben gleichzeitig schwer und leicht, sich mit ihnen zu verhalten, Grundsätze dafür gibt es kaum.

Es kommen allerdings trübe Stunden, wie sie ja jeder hat, wo man glaubt, nicht das geringste erzielt zu haben, wo es einem scheint, als hätten nur die von Anfang an für einen guten Ausgang bestimmten Prozesse ein gutes Ende genommen, wie es auch ohne Mithilfe geschehen wäre, während alle anderen verlorengegangen sind, trotz allem Nebenherlaufen, aller Mühe, allen kleinen, scheinbaren Erfolgen, über die man solche Freude hatte.

Auch das ist ja eine Art Selbstvertrauen, aber es ist das einzige, das dann übrigbleibt. Das ist wohl das Ärgste, das einem Advokaten geschehen kann.

Wie könnte er sich überhaupt, wenn er einmal Hilfe in Anspruch genommen hat, allein noch erhalten? Nun sind ja solche Fälle glücklicherweise Ausnahmen, und selbst wenn K.

Mit verschiedenem Erfolg, wie offen zugestanden werden soll. Es sei viel besser, vorläufig Einzelheiten nicht zu verraten, durch die K.

Das Ergebnis sei also im ganzen sehr erfreulich, nur dürfe man daraus keine besonderen Schlüsse ziehen, da alle Vorverhandlungen ähnlich beginnen und durchaus erst die weitere Entwicklung den Wert dieser Vorverhandlungen zeigt.

Jedenfalls sei noch nichts verloren, und wenn es noch gelingen sollte, den Kanzleidirektor trotz allem zu gewinnen — es sei schon verschiedenes zu diesem Zweck eingeleitet —, dann sei das Ganze — wie die Chirurgen sagen — eine reine Wunde, und man könne getrost das Folgende erwarten.

In solchen und ähnlichen Reden war der Advokat unerschöpflich. Sie wiederholten sich bei jedem Besuch. Immer gab es Fortschritte, niemals aber konnte die Art dieser Fortschritte mitgeteilt werden.

Bemerkte K. Das hatte er aber leider versäumt, und diese Versäumnis werde auch noch weitere Nachteile bringen, nicht nur zeitliche.

Dann stand sie hinter K. Es herrschte völliges Schweigen. Der Advokat trank. War es Trost oder Verzweiflung, was der Advokat erreichen wollte?

Verdächtig aber blieben die unaufhörlich hervorgehobenen persönlichen Beziehungen zu den Beamten. Benützten sie vielleicht den Advokaten dazu, um solche für den Angeklagten natürlich immer ungünstige Wendungen zu erzielen?

Verhielt es sich aber wirklich so, in welcher Weise würden sie bei K. Es konnte nicht sehr zweifelhaft sein, was sie tun würden. War er müde, dann war es schlimm.

Zu übertriebener Sorge war allerdings vorläufig kein Grund. Vor allem war es, wenn etwas erreicht werden sollte, notwendig, jeden Gedanken an eine mögliche Schuld von vornherein abzulehnen.

Es gab keine Schuld. Zu diesem Zwecke durfte man allerdings nicht mit Gedanken an irgendeine Schuld spielen, sondern den Gedanken an den eigenen Vorteil möglichst festhalten.

Von diesem Gesichtspunkt aus war es auch unvermeidlich, dem Advokaten die Vertretung sehr bald, am besten noch an diesem Abend, zu entziehen.

Es war zwar nach seinen Erzählungen etwas Unerhörtes und wahrscheinlich sehr Beleidigendes, aber K.

Wenn sich aber auch K. Es war für K. Nur nicht auf halbem Wege stehenbleiben, das war nicht nur in Geschäften, sondern immer und überall das Unsinnigste.

Die Eingabe bedeutete freilich eine fast endlose Arbeit. Und wie traurig war eine solche Arbeit überdies.

Sie war vielleicht geeignet, einmal nach der Pensionierung den kindisch gewordenen Geist zu beschäftigen und ihm zu helfen, die langen Tage hinzubringen.

Aber jetzt, wo K. Wieder ging sein Denken in Klagen aus. Fast unwillkürlich, nur um dem ein Ende zu machen, tastete er mit dem Finger nach dem Knopf der elektrischen Glocke, die ins Vorzimmer führte.

Während er ihn niederdrückte, blickte er zur Uhr auf. Es war elf Uhr, zwei Stunden, eine lange, kostbare Zeit, hatte er verträumt und war natürlich noch matter als vorher.

Es waren gerade sehr wichtige Kundschaften der Bank, die man eigentlich auf keinen Fall hätte warten lassen sollen. Müde von dem Vorhergegangenen und müde das Folgende erwartend, stand K.

Es war ein kleiner, munterer Herr, ein Fabrikant, den K. Er bedauerte, K. Statt dessen zog er eilig Rechnungen und Tabellen aus allen Taschen, breitete sie vor K.

Als er nun verstummte, glaubte K. Er neigte also den Kopf wie vor einem Befehl und begann mit dem Bleistift langsam über den Papieren hin— und herzufahren, hier und da hielt er inne und starrte eine Ziffer an.

Der Fabrikant vermutete Einwände, vielleicht waren die Ziffern wirklich nicht feststehend, vielleicht waren sie nicht das Entscheidende, jedenfalls bedeckte der Fabrikant die Papiere mit der Hand und begann von neuem, ganz nahe an K.

Er blickte sogar nur schwach auf, als sich die Tür des Direktionszimmers öffnete und dort, nicht ganz deutlich, etwa wie hinter einem Gazeschleier, der Direktor-Stellvertreter erschien.

Es war unnütze Furcht, die Herren trafen einander, reichten einander die Hände und gingen gemeinsam auf K. Als dann die beiden sich an den Schreibtisch lehnten und der Fabrikant sich daran machte, nun den Direktor-Stellvertreter für sich zu erobern, war es K.

Langsam suchte er mit vorsichtig aufwärts gedrehten Augen zu erfahren, was sich oben ereignete, nahm vom Schreibtisch, ohne hinzusehen, eines der Papiere, legte es auf die flache Hand und hob es allmählich, während er selbst aufstand, zu den Herren hinauf.

Der Direktor-Stellvertreter, der sich an dem Gespräch mit aller Aufmerksamkeit beteiligte, sah nur flüchtig auf das Papier, überlas gar nicht, was dort stand, denn was dem Prokuristen wichtig war, war ihm unwichtig, nahm es aus K.

Die Sache verlangt ruhige Überlegung. Er aber scheint heute sehr überlastet zu sein, auch warten ja einige Leute im Vorzimmer schon stundenlang auf ihn.

In der Tür drehte sich noch der Fabrikant um, sagte, er verabschiede sich noch nicht, sondern werde natürlich dem Herrn Prokuristen über den Erfolg der Besprechung berichten, auch habe er ihm noch eine andere kleine Mitteilung zu machen.

Endlich war K. Er ging zum Fenster, setzte sich auf die Brüstung, hielt sich mit der Hand an der Klinke fest und sah auf den Platz hinaus.

Der Schnee fiel noch immer, es hatte sich noch gar nicht aufgehellt. Da aber niemand kam, wurde er ruhiger, ging zum Waschtisch, wusch sich mit kaltem Wasser und kehrte mit freierem Kopf zu seinem Fensterplatz zurück.

Hätte er daran zweifeln wollen, so hätte ihn das heutige Beisammensein mit dem Direktor-Stellvertreter und dem Fabrikanten hinreichend vom Gegenteil überzeugen können.

Wie sollte es aber später werden? Was für Tage standen ihm bevor! Würde er den Weg finden, der durch alles hindurch zum guten Ende führte?

Würde er das glücklich überstehen? Und wie sollte ihm die Durchführung dessen in der Bank gelingen?

Was für ein Hindernis war plötzlich in K. Und jetzt sollte er für die Bank arbeiten? Und würde man etwa in der Bank bei der Beurteilung seiner Arbeit seine besondere Lage berücksichtigen?

Niemand und niemals. Bis zum Direktor-Stellvertreter aber war das Gerücht hoffentlich noch nicht gedrungen, sonst hätte man schon deutlich sehen müssen, wie er es ohne jede Kollegialität und Menschlichkeit gegen K.

Und der Direktor? Was hatte also K. Vielleicht schwächte er durch solche Überlegungen seine Widerstandskraft, aber es war doch auch notwendig, sich selbst nicht zu täuschen und alles so klar zu sehen, als es augenblicklich möglich war.

Ohne besonderen Grund, nur um vorläufig noch nicht zum Schreibtisch zurückkehren zu müssen, öffnete er das Fenster.

Dann zog durch das Fenster in dessen ganzer Breite und Höhe der mit Rauch vermischte Nebel in das Zimmer und füllte es mit einem leichten Brandgeruch.

Auch einige Schneeflocken wurden hereingeweht. Der Fabrikant aber folgte K. Ein reizender Mensch, Ihr Direktor-Stellvertreter, aber durchaus nicht ungefährlich.

Sie sehen heute so bedrückt aus. Schiebe ich es aber noch weiterhin auf, verliert es wahrscheinlich vollständig seinen Zweck.

Das wäre aber schade, denn im Grunde ist meine Mitteilung vielleicht doch nicht wertlos. Aber in solchen Dingen soll man nicht das geringste vernachlässigen.

Wir waren doch bisher gute Geschäftsfreunde, nicht? Nun also. Es ist ein Maler, Titorelli ist nur sein Künstlername, seinen wirklichen Namen kenne ich gar nicht einmal.

Er kommt schon seit Jahren von Zeit zu Zeit in mein Büro und bringt kleine Bilder mit, für die ich ihm — er ist fast ein Bettler — immer eine Art Almosen gebe.

Es sind übrigens hübsche Bilder, Heidelandschaften und dergleichen. Diese Verkäufe — wir hatten uns schon beide daran gewöhnt — gingen ganz glatt vor sich.

Und nun erzählte er mir von dem Gericht. Sie werden sich wohl am besten vorstellen können, wie erstaunt ich über diese Erzählungen war.

Seitdem höre ich bei jedem seiner Besuche irgendwelche Neuigkeiten vom Gericht und bekomme so allmählich einen gewissen Einblick in die Sache.

Aber das nur nebenbei. Sie sind ja fast ein Advokat. Ich pflege immer zu sagen: Prokurist K. Oh, ich habe keine Sorgen wegen Ihres Prozesses.

Wollen Sie nun aber zu Titorelli gehen? Ich denke wirklich, Sie sollten hingehen. Vielleicht haben Sie schon einen ganz genauen Plan, und Titorelli könnte ihn stören.

Nein, dann gehen Sie natürlich auf keinen Fall hin! Nun, wie Sie wollen. Hier ist das Empfehlungsschreiben und hier die Adresse.

Enttäuscht nahm K. Er konnte sich kaum dazu zwingen, dem Fabrikanten, der schon auf dem Weg zur Tür war, mit ein paar Worten zu danken.

Es ist auch nicht immer vorteilhaft, Briefe an solche Leute aus der Hand zu geben. Die Gefahren aber, die das zur Folge haben könnte, hatte er erst durch die Bemerkung des Fabrikanten erkannt.

Konnte er sich auf seinen eigenen Verstand tatsächlich schon so wenig verlassen? Nicht immer stand jemand neben ihm, um ihn zu warnen.

Sie warteten schon lange darauf, zu K. Jetzt, da der Diener mit K. Da man von seiten der Bank so rücksichtslos war, sie hier im Wartezimmer ihre Zeit verlieren zu lassen, wollten auch sie keine Rücksicht mehr üben.

Sie haben ja selbst gesehen, wie lange ich jetzt aufgehalten wurde. Wären Sie so freundlich, morgen oder wann immer wiederzukommen?

Oder wollen wir die Sachen vielleicht telephonisch besprechen? Oder wollen Sie mir vielleicht jetzt kurz sagen, worum es sich handelt, und ich gebe Ihnen dann eine ausführliche schriftliche Antwort.

Am besten wäre es allerdings, Sie kämen nächstens. Durch die offene Tür von K. Da trat gerade aus dem Nebenzimmer der Direktor-Stellvertreter, sah lächelnd K.

Der Direktor-Stellvertreter hörte ihnen ein Weilchen zu, betrachtete auch K. Wenn Sie mit mir vorlieb nehmen wollen, übernehme ich sehr gerne die Verhandlungen statt des Herren Prokuristen.

Ihre Angelegenheiten müssen natürlich sofort besprochen werden. Wir sind Geschäftsleute wie Sie und wissen die Zeit von Geschäftsleuten richtig zu bewerten.

Wollen Sie hier eintreten? Wie sich doch der Direktor-Stellvertreter alles anzueignen verstand, was K. Gab aber K. Wollen Sie mir nicht suchen helfen?

Er fuhr sofort zum Maler, der in einer Vorstadt wohnte, die jener, in welcher sich die Gerichtskanzleien befanden, vollständig entgegengesetzt war.

Es war eine noch ärmere Gegend, die Häuser noch dunkler, die Gassen voll Schmutz, der auf dem zerflossenen Schnee langsam umhertrieb.

Unten an der Treppe lag ein kleines Kind bäuchlings auf der Erde und weinte, aber man hörte es kaum infolge des alles übertönenden Lärms, der aus einer Klempnerwerkstätte auf der anderen Seite des Torganges kam.

Die Tür der Werkstätte war offen, drei Gehilfen standen im Halbkreis um irgendein Werkstück, auf das sie mit den Hämmern schlugen. Wenn er hier nur den kleinsten Erfolg hatte, sollte das auf seine heutige Arbeit in der Bank noch eine gute Wirkung ausüben.

Auch war die Luft sehr drückend, es gab keinen Treppenhof, die enge Treppe war auf beiden Seiten von Mauern eingeschlossen, in denen nur hier und da fast ganz oben kleine Fenster angebracht waren.

Gerade als K. Sie lächelte nicht einmal, sondern sah K. Bei der nächsten Wendung der Treppe aber traf K. Sie waren offenbar von der Buckligen von K.

Sie standen zu beiden Seiten der Treppe, drückten sich an die Mauer, damit K. Alle Gesichter, wie auch diese Spalierbildung, stellten eine Mischung von Kindlichkeit und Verworfenheit dar.

Oben, an der Spitze der Mädchen, die sich jetzt hinter K. Die Treppe, die zu ihm führte, war besonders schmal, sehr lang, ohne Biegung, in ihrer ganzen Länge zu übersehen und oben unmittelbar vor Titorellis Tür abgeschlossen.

Die Mädchen dagegen wehrte er ab, er wollte keine von ihnen einlassen, sosehr sie baten und sosehr sie versuchten, wenn schon nicht mit seiner Erlaubnis, so gegen seinen Willen einzudringen.

Nur der Buckligen gelang es, unter seinem ausgestreckten Arm durchzuschlüpfen, aber der Maler jagte hinter ihr her, packte sie bei den Röcken, wirbelte sie einmal um sich herum und setzte sie dann vor die Tür bei den anderen Mädchen ab, die es, während der Maler seinen Posten verlassen hatte, doch nicht gewagt hatten, die Schwelle zu überschreiten.

Die Mädchen bei der Tür streckten, eines hinter dem anderen, die Hälse in die Höhe, riefen dem Maler verschiedene scherzhaft gemeinte Worte zu, die K.

Wenn ich selbst hier bin, kommen sie nur herein, wenn ich es erlaube, bin ich aber einmal weg, dann ist immer zumindest eine da.

Sie haben sich einen Schlüssel zu meiner Tür machen lassen, den sie untereinander verleihen. Man kann sich kaum vorstellen, wie lästig das ist.

Ich komme zum Beispiel mit einer Dame, die ich malen soll, nach Hause, öffne die Tür mit meinem Schlüssel und finde etwa die Bucklige dort beim Tischchen, wie sie sich mit dem Pinsel die Lippen rot färbt, während ihre kleinen Geschwister, die sie zu beaufsichtigen hat, sich herumtreiben und das Zimmer in allen Ecken verunreinigen.

Oder ich komme, wie es mir erst gestern geschehen ist, spätabends nach Hause — entschuldigen Sie, bitte, mit Rücksicht darauf meinen Zustand und die Unordnung im Zimmer —, also ich komme spätabends nach Hause und will ins Bett steigen, da zwickt mich etwas ins Bein, ich schaue unter das Bett und ziehe wieder so ein Ding heraus.

Natürlich bin ich dadurch auch in meiner Arbeit gestört. Wäre mir dieses Atelier nicht umsonst zur Verfügung gestellt, ich wäre schon längst ausgezogen.

Mehr als zwei lange Schritte konnte man der Länge und Quere nach kaum hier machen. Hinter K. Hätte der Fabrikant nicht auf das bestimmteste von Titorelli als von seinem Bekannten gesprochen, als von einem armen Menschen, der auf seine Almosen angewiesen war, so hätte man jetzt wirklich glauben können, Titorelli kenne den Fabrikanten nicht oder wisse sich an ihn wenigstens nicht zu erinnern.

Was stand denn eigentlich in dem Brief? Er war doch gar zu eilig und unüberlegt hierhergelaufen! Eine gute Arbeit, aber noch nicht ganz fertig.

Es war übrigens dem Bild im Arbeitszimmer des Advokaten auffallend ähnlich. Es handelte sich hier zwar um einen ganz anderen Richter, einen dicken Mann mit schwarzem, buschigem Vollbart, der seitlich weit die Wangen hinaufreichte, auch war jenes Bild ein Ölbild, dieses aber mit Pastellfarben schwach und undeutlich angesetzt.

Aber alles übrige war ähnlich, denn auch hier wollte sich gerade der Richter von seinem Thronsessel, dessen Seitenlehnen er festhielt, drohend erheben.

Sie müsse noch ein wenig ausgearbeitet werden, antwortete der Maler, holte von einem Tischchen einen Pastellstift und strichelte mit ihm ein wenig an den Rändern der Figur, ohne sie aber dadurch für K.

Aber sind nicht an den Fersen Flügel und befindet sie sich nicht im Lauf? Er sitzt ja da wie ein Gerichtspräsident.

Jedem ist genau vorgeschrieben, wie er sich malen lassen darf. Nur kann man leider gerade nach diesem Bilde die Einzelheiten der Tracht und des Sitzes nicht beurteilen, die Pastellfarben sind für solche Darstellungen nicht geeignet.

Um die Figur der Gerechtigkeit aber blieb es bis auf eine unmerkliche Tönung hell, in dieser Helligkeit schien die Figur besonders vorzudringen, sie erinnerte kaum mehr an die Göttin der Gerechtigkeit, aber auch nicht an die des Sieges, sie sah jetzt vielmehr vollkommen wie die Göttin der Jagd aus.

Die Arbeit des Malers zog K. Sofort legte der Maler die Stifte beiseite, richtete sich auf, rieb die Hände aneinander und sah K. Oh, bitte!

Zeit lassen, sich mit dieser Tatsache abzufinden. Man hörte jetzt wieder hinter der Tür die Mädchen. Sie drängten sich wahrscheinlich um das Schlüsselloch, vielleicht konnte man auch durch die Ritzen ins Zimmer hineinsehen.

Die Sache scheint Ihnen ja sehr nahezugehen, worüber ich mich natürlich gar nicht wundere. Wollen Sie vielleicht zunächst Ihren Rock ablegen?

Die Luft im Zimmer war ihm allmählich drückend geworden, öfters hatte er schon verwundert auf einen kleinen, zweifellos nicht geheizten Eisenofen in der Ecke hingesehen, die Schwüle im Zimmer war unerklärlich.

Es ist hier doch sehr behaglich, nicht? Das Zimmer ist in dieser Hinsicht sehr gut gelegen. Diese Unannehmlichkeit wurde für K. Dann kehrte er wieder zu seinem Sessel zurück und stellte endlich die erste sachliche Frage, die K.

Die Beantwortung dieser Frage machte ihm geradezu Freude, besonders da sie gegenüber einem Privatmann, also ohne jede Verantwortung erfolgte.

Noch niemand hatte ihn so offen gefragt. Er war durch Gegengründe nicht zu beeinflussen, nur war es trotz seiner Entschiedenheit nicht klar, ob er aus Überzeugung oder nur aus Gleichgültigkeit so redete.

Wenn ich hier alle Richter nebeneinander auf eine Leinwand male und Sie werden sich vor dieser Leinwand verteidigen, so werden Sie mehr Erfolg haben als vor dem wirklichen Gericht.

Setzt euch hier auf die Stufen und verhaltet euch ruhig. Trotzdem sah K. Nur eines hatte einen Strohhalm durch eine Ritze zwischen den Balken gesteckt und führte ihn langsam auf und ab.

Ich allein hole Sie heraus. Ja, es war sogar sehr hoffnungsvoll. Waren die Richter durch persönliche Beziehungen wirklich so leicht zu lenken, wie es der Advokat dargestellt hatte, dann waren die Beziehungen des Malers zu den eitlen Richtern besonders wichtig und jedenfalls keineswegs zu unterschätzen.

Dann fügte sich der Maler sehr gut in den Kreis von Helfern, die K. Der Maler beobachtete die Wirkung, die seine Erklärung auf K.

Schon mein Vater war Gerichtsmaler. Es ist das eine Stellung, die sich immer vererbt. Man kann dafür neue Leute nicht brauchen.

Dort in der Schublade zum Beispiel habe ich die Aufzeichnungen meines Vaters, die ich niemandem zeige.

Aber nur wer sie kennt, ist zum Malen von Richtern befähigt. Ihm schien es manchmal, als mache der Maler durch solche Bemerkungen einen günstigen Ausgang des Prozesses zur Voraussetzung seiner Hilfe, die dadurch natürlich in sich selbst zusammenfiel.

Trotz diesen Zweifeln bezwang sich aber K. Verzichten wollte er auf die Hilfe des Malers nicht, dazu war er entschlossen, auch schien ihm diese Hilfe durchaus nicht fragwürdiger als die des Advokaten zu sein.

Es gibt drei Möglichkeiten, nämlich die wirkliche Freisprechung, die scheinbare Freisprechung und die Verschleppung. Hier entscheidet wahrscheinlich nur die Unschuld des Angeklagten.

Dann brauchen Sie aber weder mich noch irgendeine andere Hilfe. Dieses Lächeln erweckte in K. Darin liegt schon ein Widerspruch.

Darin liegt der zweite Widerspruch. Nun habe aber ich gerade das Gegenteil dessen erfahren. Aber ist das nicht unwahrscheinlich?

In so vielen Fällen keine einzige Unschuld? Es ist also auch von dieser Seite zwecklos. Ein einziger Henker könnte das ganze Gericht ersetzen.

Nur ist es sehr schwer, das festzustellen. Diese enthalten allerdings sogar in der Mehrzahl wirkliche Freisprechungen, man kann sie glauben, nachweisbar sind sie aber nicht.

Er war darauf vorbereitet, selbst den Nebel mit offenem Mund einzuatmen. Das Gefühl, hier von der Luft vollständig abgesperrt zu sein, verursachte ihm Schwindel.

Will ich aber lüften, was nicht sehr notwendig ist, da durch die Balkenritzen überall Luft eindringt, kann ich eine meiner Türen oder sogar beide öffnen.

Das Bett vor der Tür steht natürlich an einem sehr schlechten Platz. Der Richter zum Beispiel, den ich jetzt male, kommt immer durch die Tür beim Bett, und ich habe ihm auch einen Schlüssel von dieser Tür gegeben, damit er, auch wenn ich nicht zu Hause bin, hier im Atelier auf mich warten kann.

Nun kommt er aber gewöhnlich früh am Morgen, während ich noch schlafe. Sie würden jede Ehrfurcht vor den Richtern verlieren, wenn Sie die Flüche hörten, mit denen ich ihn empfange, wenn er früh über mein Bett steigt.

Ich könnte ihm allerdings den Schlüssel wegnehmen, aber es würde dadurch nur ärger werden. Man kann hier alle Türen mit der geringsten Anstrengung aus den Angeln brechen.

Zunächst also die scheinbare Freisprechung. Der Text für eine solche Bestätigung ist mir von meinem Vater überliefert und ganz unangreifbar.

Mit dieser Bestätigung mache ich nun einen Rundgang bei den mir bekannten Richtern. Allerdings ist in einem solchen Falle die Sache schon halb gewonnen, besonders da ich Sie natürlich vorher genau darüber unterrichten würde, wie Sie sich bei dem betreffenden Richter zu verhalten haben.

Schlimmer ist es bei den Richtern, die mich — auch das wird vorkommen — von vornherein abweisen.

Möglicherweise habe ich auch seine Unterschrift, dann entwickelt sich alles noch ein wenig rascher als sonst.

Im allgemeinen gibt es aber dann überhaupt nicht mehr viel Hindernisse, es ist dann für den Angeklagten die Zeit der höchsten Zuversicht.

Es ist merkwürdig, aber wahr, die Leute sind in dieser Zeit zuversichtlicher als nach dem Freispruch.

Es bedarf jetzt keiner besonderen Mühe mehr. Der Richter besitzt in der Bestätigung die Bürgschaft einer Anzahl von Richtern, kann Sie unbesorgt freisprechen und wird es, allerdings nach Durchführung verschiedener Formalitäten, mir und anderen Bekannten zu Gefallen zweifellos tun.

Sie aber treten aus dem Gericht und sind frei. Die untersten Richter nämlich, zu denen meine Bekannten gehören, haben nicht das Recht, endgültig freizusprechen, dieses Recht hat nur das oberste, für Sie, für mich und für uns alle ganz unerreichbare Gericht.

Wie es dort aussieht, wissen wir nicht und wollen wir nebenbei gesagt, auch nicht wissen. Anders beim scheinbaren Freispruch.

Diese Wege sind unberechenbar. Ein Eingeweihter wird das nicht glauben. Es geht kein Akt verloren, es gibt bei Gericht kein Vergessen. Dann ist natürlich das freie Leben zu Ende.

Das ist nicht der Fall. Die Richter haben ja schon beim Freispruch diese Verhaftung vorgesehen. Dieser Umstand wirkt also kaum ein. Gemahl Frau Anna, gebohr.

These three letters are bound together among the received letters. The five letters are all dated 18 or 19 March and penned on consecutive pages folio in her letter-book.

The reconstruction is based exclusively on the order in which the letters appear in the bound volumes, but can be confirmed by the content of several of the letters.

Anna refers to this letter in her reply in Kop. However, because of the intact provenance of the letters sent from Elisabeth, Johann Casimir and his parents to Anna, it is frequently possible to reconstruct at least the approximate date of a lost letter.

Roughly half of these were sent from Elisabeth to Anna. In comparison, drafts for c. It may seem unsound to employ the numbers of letters as an indication of social relations.

Not only is it clear that an unknown number of letters have been lost, but the quantities also do not reveal anything about the content of letters.

It is unlikely that Anna replied to her daughter and not to the other correspondents. Hence, Anna had sent letters to them between late-February and midMarch, but these are not preserved.

This gives reason to believe that development outlined below reflects more than the result of coincidental transmission of the material.

Year Number of letters Number of letters Number of letters Number of letters from Anna Elisabeth to from Elisabeth to from Anna Anna Johann Casimir to from Johann Casimir to Anna 7 6 4 5 9 17 5 14 7 5 4 6 10 12 7 9 7 10 2 2 8 19 2 7 16 20 1 1 14 16 0 1 12 11 3 9 10 16 0 1 10 13 0 0 9 12 0 1 8 5 0 0 7 10 0 0 12 10 2 2 6 8 0 0 Total 30 58 From the fifteen years investigated in this paper, letters exchanged between Anna and Elisabeth survive, but only 88 exchanged between Johann Casimir and Anna can be located.

Generally, more letters sent to Anna than sent by her have survived, possibly because not all of her letters were entered in the letter-books.

During the first years of the marriage, Elisabeth and Johann Casimir sent almost the same number of letters to Anna, and this suggests that the later 23 For only the letters written after 1 June i.

The communication between Anna and Elisabeth reached a quantitative peak between and between 23 and 36 letters survive from each of these years , and the lowest number is found in 12 letters.

Johann Casimir and Anna exchanged the highest number of letters in 19 letters , and with the exception of , they almost ceased to communicate from Most frequently these sets consist of letters from Johann Casimir and Elisabeth to August and Anna, hence, four letters sent together.

Only five of these bear a date on which Elisabeth did not write to her mother. From October until Christmas, Elisabeth was in Saxony, and when Johann Casimir sent a letter to her it seems that he also included one for Anna.

In these he repeatedly addressed when he wanted Elisabeth to be back in the Palatinate, see for examples Loc. Frequently, correspondences are conceptualised or even published as isolated exchanges between two people.

The provenance of the letters Elisabeth sent to Anna suggests that this imagination of easily definable exchanges between two individuals, which lie behind this practice, should be dismissed.

Even if each letter has only one sender and one addressee, several participants have to be granted access into the exchanges.

In the description above, it has been demonstrated how the letters from a married couple were bound together, and the overview points to a direct interrelation between the contact which took place between Elisabeth and Johann Casimir, respectively, and Anna.

But the inclusion of participants into an exchange should be taken further than to spouse: among the c.

Johann Casimir and Elisabeth to August, both 26 Jan. The individuals who only are represented in the copies of these letters are not included in this count.

See for example the letters from Amalie, Electress Palatine, Loc. The letters sent by Anna von Hohenlohe and Margaretha von Schleinitz, the two noble widows who recurrently spent longer periods by Elisabeth can be found in Loc.

Heller et al. Until Elisabeth and Johann Casimir had sent most of their letters to Anna together, but at this point Johann Casimir and Anna almost stopped corresponding.

These are the changing patterns of the correspondence, from which I will depart in order to examine what the content of the letters reveal about the nature and possible causes of the changes.

One of the last instances in which Johann Casimir and Elisabeth sent letters to her parents together was at the beginning of February He expressed gratitude for the offer of their portraits, and he thanked August for his financial help to secure Elisabeth through the acquisition of the estate Friedelheim.

Finally, he wished them a happy new year. She then proceeded with an account of the answer Johann Casimir had given to her numerous requests for permission to visit her parents.

He had told her that a Diet soon would be proclaimed to take place in the vicinity of Saxony, and that she there would have a chance to see her parents.

Only if this did not happen or her parents could not attend the Diet, would she be allowed to visit them in Saxony. His reluctance to grant her permission for the trip was explained by financial concerns.

The content of the second letter stands in stark contrast to the first. Here Elisabeth thanked her mother for an autograph letter and for the consolation Anna sought to provide her daughter because God had given her such a difficult cross to bear.

The next passage regards the money Johann Casimir had received from August. Elisabeth explained that she did not know about it nor about the conditions on which August had given the gift until the most recent letters from her parents had arrived.

The large sum was given on the condition that Johann Casimir deed the estate Friedelheim to Elisabeth. No answer had arrived yet, but she promised to disclose to her mother whatever else she found out about it.

She depicted his deep subjugation to his father, which transferred some of the blame to Friedrich III, but it also weakened Johann Casimir in relation to his parents-in-law.

And in keeping with the secrecy, Anna made no references to any of the information it contained in her replies. The information she so urgently needed to send to her mother regarded the christening of the child she was expecting.

This initiated a series of changes. On 2 September , she again penned two letters to Anna; a short letter, which Johann Casimir is likely to have read and approved, and a much longer and bleaker account of the obstacles she faced with regard to communications with her mother.

She explained that she usually had no problems securing messengers, but when Johann Casimir knew that she was preparing letters for her parents, no messenger would be made available.

The last letter from Anna to Amalie is dated 4 June The secret correspondence, which thus far had been sporadic, could now be carried out at regular intervals.

The provenance of her letters thus help to emphasise the interdependence between the various relationships between both groups and individuals within a dynastic figuration.

I consciously employ the terms figuration and interdependence and this requires a mention of the work of Norbert Elias.

The same danger is present if provenance is overestimated as a source. A consequent application of the approach advocated by Elias can even result in a disregard for notions of beginnings and ends, in part because his work regards long-term developments but also because of his insistence on change as a process.

The second point I wish to make regards the dichotomy of autonomy and dependency. Sociogenetic and Psychogenetic Investigations, Oxford, first German edition, , especially pp.

However, the tension, which Martin resolves through a distinction between conviction and appearance, bears resemblance to the questionable dichotomy of autonomy and dependency.

By the 16th century, people were reflecting on communication via letters, as the following example shows.

For the present article, see in particular: Roger Chartier dir. La scrittura epistolare femminile tra archivio e tipografia, Roma, Viella, I am grateful to Jeff Shapiro and Pernille Arenfeldt for careful proofreading.

But the episode reveals much more. Letters are here situated in the context of a noble culture, the importance of literacy is pointed out, as is the importance of the delivering and receiving of a letter which can fulfill its purpose only once it has been read by the person to whom it is addressed.

Indeed, Bernardino Pino himself suggests in his treatise a clear distinction between the letter that is being written and the one being received.

I will then proceed to interpret this, in my opinion, emblematic case, focusing mainly on one side of the communication that took place via letters: the reception, that is the act of receiving letters and the significance that was attached to this act.

Bernardino Pino da Cagli. Michele Peretti suo sposo e consorte [hereafter: Lettere diverse]. I developed this interest in a much broader context in my PhD thesis Sotto controllo.

Though well aware of the different typology of the examples I will report on I will deal with published and unpublished letters, written by writers from different social backgrounds , I intend to show their corresponding and contradictory elements in the following paper.

The main purpose of this paper is thus to demonstrate some of the difficulties associated with the interpretation of early modern letters and to challenge their clear-cut categorization as fictional or non-fictional texts.

How shall we contextualize this specific case in which we read texts written by a Roman noblewoman, describing her grief over the absence of the beloved, underlining with remarkable selfconfidence that she is suffering more than he is?

Scholars such as Ago, Casanova, Fosi, Visceglia and Borello have pointed out that the simple existence of a letter may be evidence of effective networking.

Michele Peretti, grandnephew of Sixtus V, had urged Francesco, his only son from his first marriage, to get married to ensure the perpetuation of the family.

When, shortly after the death of his first wife, he first went to meet his future daughter-in-law whom Francesco had chosen, Michele himself fell in love with Anna Maria.

Was there indeed an intense love affair behind the letters, almost untouched by strategic consideration of an alliance between two Roman noble families, or are we overly eager to accept the 19th century idea of romantic love re- presented by Litta?

The relationship that we read about in the letters is mainly confined to the writing and especially the reading of letters.

One of the main themes is reflections on reading and writing. And of course, a precondition for the production of love-letters is literacy, that is access to reading skills also for 7 Cf.

Le politiche matrimoniali della famiglia Spada secc. Rivista di storia delle donne, 21 3 , , pp. Lowe eds. At the beginning of the 17th century, published letter-writing guides so-called libri di lettere were widely distributed in Italy.

In his remarkable study of Le carte messaggiere 16th century letter-writering guides , Amedeo Quondam drew a distinction between other types of letter and the genre of the love letter, the lettera amorosa.

Reinhard M. Nickisch, Die Stilprinzipien in den deutschen Briefstellern des They were all reprinted several times despite censorship, as I will discuss later.

In one popular collection of published letters, the Roman noblewoman Celia withdraws to her room in order to read her letters in private.

It was however rather unusual that letters were read in solitude. In questa seconda Impressione rivedute, et accresciute.

The letters substitute the presence of the beloved. Petrarca, Canzoniere, a cura di P. Cudini, Milano Garzanti , p. I giorni son longhissimi, et i tempi assai cattivi, et V.

He concluded that to while I am reading them over and over. Opereta amorosa, p. The days are terribly long, times are quite hard, and your lordship promised me to come soon, that helps me a bit, tomorrow is Thursday.

Above all he underlined that words needed the consent of the beloved, because she could be looked at without permission, but if she listened to his words or read them, she had to be in agreement.

Verdi , p. Then, since that sex is tender hearted and easily moved to pity, we shall strive to be as supplicating as possible. We shall extol her merits and belittle our own, or at any rate mention them with great modesty.

We shall demonstrate intense love joined to deep despair. We shall try by turns moaning, flattery, and despair; at other times we shall make skilful use of selfpraise and promises; we shall employ precedents of famous and honourable women who showed favour to a pure, unfeigned love and to the devotion of youths far beneath them in social condition.

We shall attempt to show of humility we shall beg that if she can in no way deign to give her love in return, she will at least resign herself to being loved without prejudice to herself; we shall add that if this request is not granted, we are resolved to cut short a cruel life by whatever means 31 possible.

Flattery and gifts were also useful, great promises could be used as well, because every woman is ultimately seducible, as Boncompagno shows by refererence to the successful seductions of nuns.

In most pedagogical treatises and advice books on behaviour of the second half of the 16th century, we find allusions to the danger attributed to letters.

Literary and Educational Writings 3. Kelly Sowards, translated by Charles Fantazzi, Toronto , p.

Nevertheless in Venice in Mambre had no reservations about having his wife read his correspondence.

Inquisitionis, b. The letters were too powerful against the weekness of a female heart, that is easily impressed. De Bujanda , Quebec seg.

ILI , vol. IX, p. ILI, IX, p. The prohibitions, therefore, functioned only partially. Her familiarity with literary texts certainly influenced her writing, but she appropriated the words for her own use.

Celia warned against the possible misuse of letters with the following words. Tale confesso essere di me avenuto. In any case, the copying from letter books was widespread.

Uffizio, b. Lizzari, Cassandra Ruggiero mentions her case, without talking about the love letter. Guido Ruggiero, Binding Passions.

ASV, S. The collection presented a series of ready-made sentences for all occasions arranged in alphabetical order. Among the aphorisms, we are told how to express joy upon receiving a letter.

By the beginning of 17th century, women and men move between standard expressions in their letters, a highly codified genre. The writing of letters must always be seen in connection with the various ways in which the same letters might be read.

Epistolary communication cannot be thought of without considering the moral framework in which the letters were written. What must be reconstructed are the circumstances of receiving letters, the role of the inbetweens, the specific tactique De Certeau of appropriating texts, and the meaning the exchange of love letters could have.

The correspondents were quite conscious of their use of readymade phrases. It seems worthwhile to investigate in detail how the letter writers tried to overcome the dilemma of expressing themselves forced to use inevitable standard expressions.

Barthes recognizes behind this dilemma a semantic standard feature. Raccolti da lui per scrivere familiarmente, Roma Vincenzo Valgrisi Dolfi gives a convincing interpretation of this fragment in the introduction to A.

Atti di seminario. Trento, maggio , Roma , pp. Jahrhundert erhoben worden waren. Erst in den achtziger Jahren des Beatrix Bastl, Tugend, Liebe, Ehre.

Faksimiledruck nach den Ausgaben von und Mit einem Nachwort von Reinhard M. Nickisch, Stuttgart Briefkultur im So schreibt Johanna Theresia Harrach, geborene von Lamberg, am Juli an ihren Mann Ferdinand Bonaventura I.

Diese galten aber nicht unbegrenzt und wurden manchmal gnadenlos dechiffriert. Alltag bei Hof im ausgehenden Juni in der Linzer Burg inhaftiert wurde.

Oktober Juni auf dem Platz am Hof in Wien enthauptet. Was mier leider, gott erbarms, mein liebster herr und gemahll vonn seinem leydigen zustandt zugeschriben, das wird mein herr vetter aus beyliegender seiner handtschrift vernehmen, darauf ich umb godt und es jungsten gericht willen mein flehendlichs und hochfreundlichs bidten, mein her vedter wolle sich alsbalt, und in angesicht dieses schreibens aufmachen unnd durchaus in erwegung der hechsten noth nicht ausbleiben Eine Festgabe Hermann Wiesflecker zum Geburtstag, Graz , S.

Juni Erst im So schreibt Helena, die in das Franziskanerinnenkloster Hl. Deine treue schwester bis in tod, Helena von 24 Schallnberg. Chaufontaines, August 6.

Es geht nicht um eine Opposition zwischen Umgangston und Kanzleistil, sondern um den Versuch die Darstellung des Selbst innerhalb des Briefschreibens zu kultivieren.

Sprechinhalte sollten verbal rekonstruiert werden. Jahrhunderts bereits zu beobachten. Jahrhundert29 oder die Korrespondenz zwischen Judith von Ungnad gest.

Adlige Ehen im Purpose and form of epistolary conversation between aristocratic siblings Siena 17th century by Benedetta Borello In recent years, careful analysis carried out on correspondence by historians, anthropologists and linguists has emphasized one of its fundamental functions: the letter creates social relationships.

In particular, family letters have offered very fertile ground for investigation. The letters show us that within the aristocratic families there existed areas of more intense relationships or relations of a different type.

Sigismondo was ten when he moved to Rome, and his moving away from home was indispensable and fairly urgent. Second child but only and very beloved son of Francesca Piccolomini, since the other children were born from Olimpia Della Ciaia , with an uncle who was Pope, Sigismondo was to take up an ecclesiastic career and become a cardinal at only eighteen.

Departure from Siena gave way to a consistent flow of letters directed to the young prelate. The family archive preserves the correspondence written by Olimpia Chigi, third child of Augusto and Olimpia Della Ciaia, as well as wife of Giulio Gori as of There are about ninety letters written between and , nearly all addressed to her brother.

The letters written by Francesca Piccolomini, numerous and well preserved, bear witness to a very intense relationship. Their mother, who had stayed in Siena, seemed invested with the duty of managing the family relationships in toto.

Over the following pages I will reconstruct the family networks that the Chigi siblings wove during the second half of the 17th century between Siena and Rome, comparing the two relationship systems with that bound between mother and son.

I would like to show how the scope of the single letters sent by the two women blends with their manners of expression.

Epistolary conversations between siblings served to create a dense area, that integrated well with the overall family equilibrium, with the strategies pursued, and with the primogeniture logic.

Brother and sisters The relationship between siblings, their conflicts and their complicity are a topic that still merits an in-depth study.

Lawrence Stone, for example, suggested various times in his Family, Sex and Marriage in England, the intensity of the sibling relationship in the sixteenth and seventeenth century family.

Following the path marked by Hans Medick and David Sabean and above all by Martine Segalen in their volume,11 the editors of the issue of Quaderni Storici dwelled on the reconstruction and redefinition of the male and female roles at the time of transmission or division of patrimony.

In the inheritance game or in the creation of a circuit of dowries, strongly complementary matters between siblings seem to emerge within families.

Yet the letters also witnessed an on-going play of readjustment to reabsorb asymmetries of power and conflicts, playing with different wording as well.

Secret and confidence In the two epistolaries written by the sisters Chigi to their brother I seem to find a solid bond between siblings who, between Siena and Rome, worked together, each one within their own sphere in the interest in the lineage.

The domestic roles covered by Sigismondo Chigi, Olimpia Chigi Gori and Sister Maria Pulcheria Chigi, cut out precise scopes of action for the siblings and defined their duties.

Nevertheless, the letters show how the functions could work well together, creating alternative spaces yet nonetheless essential to the most traditional family dynamics, characterising the logic of the primogeniture.

The topics of the letters were varied and, naturally, the reasons the two sisters decided to take pen in hand were different.

At times though, the restricted circulation of news could even not take the form of transmitting a secret or a confidence.

Within the family there could actually be a kind of specialisation by topic. Some could be delegated to deal with certain matters in their letters, while others intentionally ignored them.

After the volume edited by Hans Medick and David Sabean, it is superfluous to say that, within these family networks, woven transversally and that could take on various shapes, material interests and affection were indissolubly bound.

This can be seen quite well in a letter written by Sister Maria Pulcheria at the end of This time the letter was the fruit of family collaboration.

Sister Pucheria wrote with her young niece Angela Chigi,17 brought up in the cloisters. The epistolary conversation between the two siblings concerned another Chigi, whom sender and addressee claimed to know well.

Benedetta Borello, Trame sovrapposte. Wife of the only Roman Chigi, Agostino, Maria Virginia had had only one boy and, so far, seven girls.

She was to have four more girls. On 16 November , only Angela was left at Campansi, seven years old.

According to what Sister Pulcheria wrote to her brother Sigismondo, aunt and niece had no misgivings. Regular and necessary correspondence showed each family member the existence of a kinship front where advice, goods and services circulated.

The second part of the letter was dedicated to confidentiality, sending secrets and intimate, personal impressions, which, along with the social aspect, were the other key element of the correspondence.

Her aunt tells about how, after a series of fevers, the little girl recovered and seemed to be enjoying good health. There is no doubt about the sincerity of these words.

This letter, as nearly all the others, talks about the monastery, about Roman relatives who would be guests there, and other matters are touched on that had never been discussed in the correspondence of the other sister, Olimpia Chigi.

The two epistolaries run parallel, almost never intersecting. Reading the nearly twenty years of correspondence of the two women with their brother, there are no more than two mentions of one of them a name or sarcastic comment in the correspondence of the other one.

This is not the case, for example, for Francesca Piccolomini. Nearly all her letters to her son had news about the health of family members, information about the management of the family assets and about the economic situation of the married sisters; it was always Francesca who took care of telling Sigismondo how to behave with the other sister or with the aunts in the monastery, which were places Francesca frequented no less assiduously than the drawing rooms of noble palaces or country villas.

Even though bonded by affection and material interests to their cardinal brother, the two women had woven, within the family atmosphere, networks that were nearly independent and fairly tight knit between them.

The style of their epistolary conversation, the circuits for transmitting news and secrets depicted these two webs of relationships quite differently.

Yet both sisters had an intense and articulate relationship with Sigismondo. Correspondence served to build dense areas of social relations, that could be used to contrast the destructive logic of the primogeniture and maintain a bridge between the new and the old city, between the Roman Curia and Siena.

The two sisters used the pen differently. Aside from the topics, the recounting of events, the confidential information they sent their brother, the form of their letters was different too.

The language she used reveals a fairly good education, which she had at the Campansi monastery at the knee of her aunt, Sister Maria Agnese Chigi.

Yet her handwriting was terrible, at least if compared to that of her sister. Maybe she had little bent for holding a pen, since the handwriting of her aunt was much better.

In writing to her brother, she concealed no detail of her life. She went through her 19 Cf. Girolamo in Campansi zu Siena und SS.

Studien zu Ehren von Hermann Hoberg, 1. Teil, Rome , pp. She also told things that, if expressed publicly or referred to the person concerned, would have offended them.

Her pen was biting even with her family. What Olimpia told in confidence to her brother on 9 December not only put Sister Maria Pulcheria in a bad light, but if it had been made public it could have upset the plans for the destiny of the young Roman Chigi girls.

Suor Maria Pulcheria and maybe part of the Sienese branch would have been kept more at the margins of family life. That did not happen: Sigismondo opportunely kept his silence, not believing his sister and, implicitly, protecting the other sister.

Aside from keeping secrecy, this correspondence reveals clear reciprocity. Olimpia and Sigismondo spoke the same language, knew the same people well and could share secrets.

Brother and sister handled letters in the same manner. Distance could impoverish the baggage of mutual experiences.

And even a different way of handling what was written could damage the solidity of an epistolary bond.

Showing a confidential writing, like betraying a secret, was considered a grave offence. On 1st January , for example, Francesca Piccolomini asked Sigismondo not to show the letter that she had sent him; a week later she insisted with the same request, giving as a reason the low literary level of her compositions, but a more likely reason was to be able to dialogue more freely with her son.

Regular correspondence was, in this case too, conceived as an obligation. It is clear, although, that the exchange of correspondence was less intense in its content, just as the density of the relationships that intertwined in that area of kinship was less intense.

In a few months the matrimony transformed her from a convent girl to the centre of a vast epistolary network that embraced Naples, Milan and the Farnese court of Parma, where her aunts lived.

Steadfast writing was an obligation from which the young woman, like every other aristocrat, could not evade.

Per iscritto. Antropologia delle scritture quotidiane, Lecce , pp. The tone was ceremonious, not unbecoming to an Aldobrandini woman, but quite different to what was used in the Chigi household, at least between Sigismondo and his sisters.

In such cases the letter became precious as a handwritten gift, to exhibit in witness of a bond that could be traced back only by the name and coat of arms.

When compared to those written to Sigismondo, the intimacy and density of relationships between siblings can immediately be seen. Pulcheria had no qualms about asking her brother for money, even insistently.

Money seems to me to be a revealing detail in understanding the confidence and intimacy that there could be between sender and addressee, as can be seen in the two examples that follow, where Olimpia Maidalchini and Olimpia Aldobrandini broached the subject in their letters.

In mid December , Olimpia Maidalchini made a comment to her mother about some expenses made by her brother, Andrea, on the occasion of his marriage.

Between Olimpia and her mother, during the twenties of the seventeenth century, a heavy, confidential epistolary dialogue developed.

The topic of the letter could make this area of kinship more dense. When the wedding had already taken place, Olimpia bitterly scolded her mother for the money wasted on the celebration.

In fact, gold palls had been bought, by then out of fashion. Neither aunts nor niece would have ever dared criticise expenses for clothes or carriages, as Olimpia Maidalchini did.

It is difficult to establish whether this lack could be attributed to scarce intimacy between aunts and niece, or to a total lack of information about the true value of things.

Both possibilities seem likely. Olimpia saw little of the other Aldobrandini women. The sums mentioned in the various letters were different: Sister Maria Pulcheria wanted a small amount for her personal needs, on the other hand Francesca asked about the lifestyle she would lead after the departure of her sons for Rome.

Some conclusions Study of the correspondence, the careful analysis of the expressive forms and the placing of the epistolary gesture in the time of the family and its internal 23 Ibid.

From this point of view, I believe I can identify the more popular channels of transmission of news, affective bonds, exchange of goods and services.

One is certainly that between sister and brother, and I think I can add between sistersand brothers-in-law and at times between sons- and daughters-in-law.

The members of this family used to create intimacy with some of their parents and these dense areas influenced decisions and strategies of the whole family group.

The letters that both wrote are evidence of this work together. Correspondence and therefore dialogue and not only the manner of address 24 Ibid.

Alongside this, I feel that interesting ideas can be obtained from the study of houses and of division of space inside them, from the circulation of knowledge, the consumption of family goods and from devotion.

Ende des Jahrhundert nicht mehr anerkannt. Jahrhundert etwa fl. Karl F. Allerdings war keineswegs sicher, ob derjenige, an den diese Berichte gerichtet waren, der Kaiser, sie jemals zu Gesicht bekam.

Die einzige Antwort, die die Antragsteller zu erwarten hatten und gleichzeitig die einzige, an der sie interessiert waren, war ein positiver Bescheid und letztlich die kaiserliche Verleihung.

Denn vom formalen Gesichtspunkt aus betrachtet handelt es sich eindeutig um Briefe und nicht etwa um Antragsformulare.

Die vor allem im In den bisher eingesehenen Akten lassen sich grob zwei Grundtypen unterscheiden, die sich beide von auch heute noch angewandten rhetorischen Strategien nicht wesentlich zu unterscheiden scheinen.

Daher erschien es notwendig zu sein, nicht nur von den Leistungen, die eine Nobilitierung rechtfertigten, zu berichten, sondern den Kaiser bzw.

Jahrhundert weitgehend fremd. Supplikanten des Obwohl erst zu Beginn des Jahrhunderts, insbesondere von Unternehmern, gemacht wurde.

The letter, which represents a letter of friendship, aimed explicitly at strengthening the ties existing between the two courts.

Komplimentierkunst und Gesellschaftsrituale im altdeutschen Sprachraum, Stuttgart The paying of compliments was appropriate on many specific and special occasions, for instance, on the birth of a prince or a princess, marriages, the new year or for giving condolences.

Over several centuries, they served as indicators of the quality of the diplomatic relationship between courts.

Juni , Stuttgart , pp. Altman, Letter Manual, p. Apart from the use of French in the court sphere, further elements of distinction are, for example, the self-discipline which was required for maintaining correspondences over a long period of time and which even becomes obvious in the specific posture that was needed for the writing of letters.

Steinhausen, Brief, vol. Correspondingly, also contemporaries regarded letter writing as the prerogative of a leisured class. Furthermore, the maintenance of intensive correspondences, especially when held with famous personalities, contributed to the social prestige of a person.

Similarly, even dynastic plans were very dependent on epistolary knowledge, or, to put it in other words, given the arranging of marriages through letters, even the social reproduction of aristocracy was closely tied to such skills.

The teaching of princely children in epistolary When Prince Friedrich of Baden-Durlach wrote his first letter he was six years old; the first still existing letter which his brother, Karl Ludwig, sent to his father, was written when he aged seven.

But whereas Fouquet does not distinguish these letters from pure ceremonial letters, in my opinion a clear differentiation is possible, as the ceremonial letter cited below will demonstrate.

Steinhausen, Brief, p. The ability to write a letter, especially a ceremonial letter, therefore served to mark social boundaries.

To guarantee such an advantage in time, formal instruction necessarily had to begin at an early age. Unfortunately, there exists no time table for the instruction of the Princes of Baden-Durlach for the time before the oldest prince then was 9 years old, and his younger brother Friedrich was eight.

Nevertheless the time-table points to the great importance which was attributed to the ability of writing letters at court.

As part of her instruction, she had 7 For this term cf. Pierre Bourdieu, La distinction. Critique sociale du jugement, Paris , pp.

This distinctive advantage in time was ensured by certain rules of decorum, cf. The letters cited in the following all refer to the family archive of the Markgrafen resp.

These letters, written by French native speakers, were probably regarded as exemplary. Whereas for her father, the hereditary Prince of Hessen-Darmstadt, Karoline Luise explicitly noted that she should not use more than six lines, the greeting for her grandfather, the ruling Landgraf, was supposed to stretch over seven lines.

For the role of memoria within noble culture cf. Jahrhunderts, Frankfurt a. Abhandlung vom guten Geschmacke in Briefen, published in In any case the abolition of ceremonial letters demanded by Gellert apparently did not have a great effect on court etiquette, at least not earlier than the very last decades of the century.

Wiedau, Kindheit, p. Altman, Letter Manual, pp. These manuals originally followed courtly style. As to Weise cf.

Ein Beitrag zu C. Some extracts of his letter manuals next to commentaries are published in: Angelika Ebrecht [et al. Texte, Kommentare, Essays, Stuttgart , pp.

Letters of compliment by princely children As letters of compliment did not so much aim at communicating concrete information as at expressing oneself in a most artificial, stilted way, such letters demanded special epistolary skills.

I and her letter to Friedrich dating from 6 June , no. See 5, Corresp. Of the letters written by the sons to their mother, hardly any have been handed down with the exception of some letters written by Karl Ludwig among which three letters of compliment can be found, in 5A, Corresp.

Charles Louis de Bade. The ceremonial letters written by the young princess Karoline Luise to her father and grandfather use even a more sophisticated and eloquent language, in 5A, Corresp.

Both point to her outstanding social position and her role as ruling princess. Thus the perspective of the outside world regarding his own mother is inculcated and internalised by the young prince.

In fact, occasional letters of princely children can be compared to letters of homage, by which the familiarly dependencies were renewed yearly, exactly as was the case with the dependencies on a political, juridical level.

In other letters, the children explicitly thank their parents for their fatherly or motherly care.

Whereas Beetz thinks that these expressions of submission in letters between children and parents were only used until the first third of the 18th century, those here presented provide a different picture.

Another example for addressing the parents as ruling prince and princess ca be found in the ceremonial letter written by Karl Ludwig to his father on his name-day, dated the 28 January Therefore, by instructing princely children in writing letters to their parents, a certain kind of behaviour is aimed at, which goes beyond the written sphere, penetrating all levels of human relationships.

Correspondingly, letters can be regarded not only as the written expression of relationships but, at the same time, as the means of constructing them.

At the ages of eleven and twelve years, the princes Karl Ludwig and Friedrich wrote their first letters of compliment to their father, which they composed themselves.

Ein Katalog, Marburg , pp. Here, the prince perceives himself objectively in the role of the son who must deserve the love of his mother and be worthy of it.

By learning to subordinate oneself rhetorically, instruction in letter writing also satisfied one of the 33 Cf.

Nickisch, Brief, p. Beetz provides detailed information about the linguistic arrangement of letters, cf.

For the Spatium in particular see also Sperber: Sprachgeschichte, p. The greetings sent to the children by relatives or members of the own court in the letters of their parents and the replies of the children to these greetings helped to successively integrate the princes within court society, even at a very early age.

See the letter from Karoline Luise of 19 July , no. On another occasion the hereditary prince himself mediates the greetings from the administrative personnel to his father, see his letter of 24 October , in 5, Corresp.

The hereditary prince had apparently been asked by his father to report him regularly about the foreign visitors at court,41 and it can be assumed that this request also sharpened his attention for court matters.

So it is for instance striking that the Markgraf, his father, writes to him far more often than to his other sons. Such is the case whenever he informs his father about the health of his brothers and mother and when he points out that his younger brother will also not neglect to write to him.

In this context it is interesting to see that also in contemporary pedagogic literature it was recommended that children should write letters to their parents as this would allow for greater control over the children.

Aus der Geschichte der Disziplinierung, Reinbek bei Hamburg , p. See e. The remembrance of these days, connected with the adoration of the own parents, were used as instruments to develop an awareness of the grandeur of the own dynasty.

Decembre II, Wien , Vol. II, p. XVIII, ad vocem. Edizione eseguita su quella del Tramater di Napoli con giunte e correzioni per cura di Antonio Enrico Mortara, prof.

Bernardo Bellini, prof. Don Gaetano Codogni, Antonio Mainardi ecc. Campi, Gius. IV, ad vocem. XIX, Bologna, Zanichelli, pp.

Ancora poco studiati in Italia, i segretari hanno ricevuto maggior attenzione in Francia; cfr. Chartier ed.

Craddock and Charla Hay, Collegues Press, pp. Ad esempio, le Lettere moderne colle loro risposte di Dionigi di Villecomte presentavano un mondo tutto francese di gentiluomini, dame, cavalieri, signori di corte, contesse e marchese.

Molti fra questi forniscono modelli bilingui per il commercio in francese, tedesco o inglese: Il Segretario di banco o lettere mercantili francesi ed italiane.

Con diverse osservazioni da praticarsi per ben comporle, uscito a Livorno nel ; Il segretario de negozianti francese ed italiano secondo lo stile moderno, uscito a Nizza per Floterons nel ; Il segretario di banco per tutti i negozianti, o lettere mercantili in francese ed in italiano, uscito ad Amsterdam per i Reycends nel Famoso Il segretario di banco ovvero lettere di corrispondenza mercantile, spiegato con molte e bellissime Lettere di Negozio in ogni genere di Traffico, di Matthias Kramer, autore di manuali di grammatica e di un vocabolario tedesco-italiano, ripubblicato con numerose edizioni lungo tutto il secolo.

Formigari, Bologna, , pp. Gioia, Nuovo galateo, Milano, Pirotta e Maspero, Nei segretari di primo Ottocento prendono la penna le classi medio-basse: cameriere e padrone, negozianti e commercianti, contadini, affittuari e i rispettivi padroni, sartine, maestre, tutori e pupilli; ma anche funzionari, avvocati e professionisti.

Ad uso dei soldati del R. Esercito, Milano, Colombo, Il nuovo segretario italiano o sia modelli di lettere sopra ogni sorta di argomenti colle loro risposte, Milano, Silvestri, , p.

Modelli di suppliche, biglietti d'ordine e lettere di cambio e un vocabolario di voci dubbie ed avvertimenti grammaticali preceduti da una breve Istruzione sul cerimoniale epistolare e da alcune regole di ortografia appositamente compilate per questa V ed.

Lo scambio epistolare tra servo e padrone, 20 Segretario privato, Milano, Sonzogno, ; Jacopo Gelli, Come devo scrivere le mie lettere?

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Tuttavia, nei manuali epistolari a scrivere sono gli uomini, mentre le donne sono destinatarie passive di messaggi concepiti da altri.

Ciononostante, la maggior 24 Augusta Molinari, Le lettere al padrone. Come il linguaggio dei fiori, anche le lettere, specie quelle amorose, sono presentate come modo per gestire i rapporti sociali a proprio vantaggio, in chiave strumentale e utilitaristica.

E sono aperte a tutti: come recita il suo titolo, Il nuovo segretario galante per ambo i sessi e adatto ad ogni ceto non fa distinzioni tra uomini e donne, ricchi o poveri quanto a giochi amorosi.

Ambrogio Cogliati, Il nuovo segretario galante per ambo i sessi e adatto ad ogni ceto, Milano, Lovati, It made sense to examine her published, carefully edited letters.

In the end I found both Luise and the production of a myth. Along with their sisters Therese and Friederike, he was one of the most important recipients of the letters Luise wrote between and , the year of her death.

The next circle of correspondents encompassed servants, ladies of the court, advisers, tutors and the occasional female friend.

A few central letters went to important rulers, among them Tsar Alexander and Napoleon Bonaparte. The princesses Luise and Friederike of Mecklenburg-Strelitz, who were passing through Frankfurt with their grandmother, were presented to him on 13 March.

On 14 March the sisters met the two princes and after four days of seeing each other at parties hosted by Frankfurt families Friedrich Wilhelm settled upon Luise.

On 19 March the crown prince proposed to Luise, five days after setting eyes upon her for the first time, and she agreed to marry him.

From there Luise wrote her first letter to the prince, who was staying at the headquarters of the Prussian troops near Oppenheim, in reply to the letter with which Friedrich Wilhelm had initiated the correspondence.

I would like to begin with the first letter, since it anticipates key elements of the future correspondence. In the first part of the letter, Luise addresses her betrothed as 4 5 Ibid.

Do not be surprised at this; Papa and Grandmama wanted me to show them my letter to you, and the latter particularly advised me not to write too affectionately.

What luck that thoughts and sentiments need not pass through customs, so that no etiquette need be applied. Do you know, dear prince, that I was very pleased to be called friend, and dear Luise; call me what you will, always; never in my wildest dreams would it occur to me to disapprove; quite the contrary, it pleases me.

On the contrary, I am not indifferent to you, and you know my feelings for you, so that I need not repeat that I am welldisposed towards you.

Please always be the same towards me. I promise you, my heart cannot change. If you were still in Trebur I would look forward to many days like the 24th, which was one of the loveliest in my life.

For my part I declare that I owed it to you to tell you the truth. Never cease to love your Luise. Should you receive this letter in company, I implore 8 you not to open it there, otherwise people could think me foolish.

Her grandmother and father represented and guaranteed courtly rules, according to which the letters of royal brides were checked and censored, and writing affectionately was not considered seemly.

By making Friedrich Wilhelm her accomplice in secretly exchanged notes, Luise turns writing into a tender gesture, an exclusive and intimate private matter for two lovers.

For her, naturalness also meant refusing to practice correct and perfectly spelled writing in a notebook: she portrays herself as not having been industrious as a child, as still under the thumb of her grandmother being able to express the feelings in her heart only imperfectly, and spontaneously, as she wrote.

For the topoi of naturalness, simplicity and liveliness in French and by the Enlightenment influenced letter-writing see on 18th century manuals of correspondence John W.

Publications du Centre Universitaire de Luxembourg, 1, , pp. In a later letter she explained to the prince how she had spun a mendacious plan.

Yet I am an angel, as people sometimes assure me, do me a favour and find some order or sense in that.

In all my life I have never yet been false. The language of courtly correspondence was French. The loyal, loving friend and the fool: she is foolish.

For only under these conditions could the other Luise, the foolish one, exist in high spirits and laughter.

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